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Artenliste Teil 1

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Tiere und Gefäßpflanzen des Altenaer Raumes

1. Einleitung

Diese Auflistung von Arten- und Artengruppen ist eine kommentierte Artenliste zur Fauna und Flora des Altenaer Raumes. Sie soll helfen, sich in grundlegende faunistische und floristische Fragestellungen mit lokalem Bezug einzuarbeiten. Prinzipielle Einsatzmöglichkeiten für die Liste wären zum Beispiel Kartierungen im Zusammenhang mit Planungsverfahren oder, für Lehrer, ein Überblick darüber, welche Tiere und Pflanzen sich bei Exkursionen mit Schülern im Gelände unter Umständen antreffen lassen. Neben Beobachtungs- und Literaturdaten aus Altena und Nachrodt-Wiblingwerde werden auch Beobachtungen und Fundmeldungen aus benachbarten Gebieten mit aufgenommen.

Die Liste ist natürlich unvollständig. Sie ermöglicht jedoch einen ersten Überblick über im Untersuchungsraum verbreitete Artengruppen. Insgesamt wurden 180 häufige, seltene, charakteristische oder typische Arten des Altenaer Raums aufgenommen.

Um die Liste möglichst sinnvoll didaktisch aufzuarbeiten, werden bei der Auflistung der Arten als erstes die wichstigsten Charakteristika genannt, um einerseits  Praktikern das Auffinden im Gelände zu erleichtern und andererseits nachvollziehbar zu machen, mithilfe welcher Merkmale die Taxa jeweils bestimmt wurden. Danach erfolgt eine Auflistung der Lebensräume einer Tierart bzw. der Standorte einer Pflanzenart. Bei den Pflanzen wird  außerdem auf die Vegetationstypen eingegangen, in welchen eine Sippe typischerweise im Untersuchungsraum antreffbar ist. Weiterhin werden unter den Punkten "Häufigkeit" und "Fundpunkte" für jede Art allgemeine Angaben zur Häufigkeit sowie aktuelle oder auch ehemalige Fundpunkte in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde genannt. Einige Arten werden aus illustrativen Gründen zusätzlich mithilfe einer Abbildung vorgestellt. Falls möglich, wurden dafür Bilder aus dem Untersuchungsgebiet gewählt. Falls solche nicht verfügbar waren, wurden ausnahmsweise auch andere Abbildungen verwendet.

Die Erstellung der Fauna und Flora erfolgte einerseits mit Hilfe eigener Beobachtungen sowie mit Daten aus den Darstellungen von MIEDERS (2006) und PETRASCH (1996). Mit ausgewertet wurden auch Ausführungen bei DREES (1994), FEY (1991), STREICH (1976) und JUNGLAS (2001). Folgende Personen, welchen ich an dieser Stelle nochmals herzlich danken möchte, haben ebenfalls mit Beobachtungen, kritischen Anmerkungen und/oder Fundpunktdaten zu dieser Auflistung beigetragen:

Sven Beste, Altena; Andreas Grenningloh, Wiblingwerde; Günter Herbel, Wiblingwerde; Axel Ossenberg Altena; Friedrich Petrasch, Nachrodt; Martin Schlüpmann, Hohenlimburg, Herr Prof. Wilfried Bennert, Ennepetal; sowie Herr Prof. Henning Haeupler, Bochum.

 

2. Kommentierte Artenliste Teil 1.: Höhere Pflanzen (Gefäßpflanzen)

2.1 Farnpflanzen (Pteridophyta)

Equisetaceae

Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense)

Merkmale: Zierlicher bis stattlicher Schachtelhalm mit vielen, 4-5 kantigen und rauen Seitenästen.

Vorkommen: Ruderalflächen, Wegränder, Ackerrandstreifen, Bahndämme, Industriebrachen. Nicht an sehr sauren oder mageren Standorten.

Häufigkeit: Zerstreut.

Fundpunkte: Regelmäßig z.B. entlang der Bahnstrecke Siegen-Hagen.

 

Aspleniaceae

Diese Mauer am Steinwinkel ist Standort eines größeren Vorkommens der mauerbewohnenden Farne Asplenium trichomanes und Asplenium ruta-muraria. Asplenium trichomanes hierbei mit den langen, schmal ausgezognen Wedeln (z.B. mittig ganz rechts). Foto: Chr. Schwerdt, 20.11.10.

Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes)

Merkmale: Mauer- und spaltenbewohnender Farn mit spitz auslaufenden, einfach gefiederten Wedeln. Blattspindel auffällig braun gefärbt und im Gegensatz zu den Fiederblättchen äusserst dauerhaft.

Vorkommen: Im Untersuchungsraum vermutlich ausschließlich in porrösen und mit kalkhaltigem Mörtel gefüllten Mauerfugen.

Häufigkeit: Selten (?). Bisher unentdeckte Vorkommen sind wahrscheinlich.

Fundpunkte: 2010: Mauerfugen in einer Natursteinmauer am Steinwinkel, Altena, Großer Bestand (hier cf ssp. quadrivalens - Wilfried Bennert, mdl. Mitteilung).

Hinweis: Die Art bastardiert fruchtbar mit der Mauerraute, Asplenium ruta-muraria.

Mauerraute (Asplenium ruta-muraria)

Mauerraute (Asplenium ruta-muraria) in einer Mauer bei Werdohl-Versevörde. Foto: Wolfgang Dunkel.

Merkmale: Immergrüner Farn mit zwei-bis dreifach gefiederten Wedeln. Die Fiederblättchen sind charakteristisch rautenförmig.

Vorkommen: Im Untersuchungsraum vermutlich ausschließlich in porrösen und mit kalkhaltigem Mörtel gefüllten Mauerfugen.

Häufigkeit: Zerstreut.

Funktpunkte: 2010: Mauerfugen in einer Natursteinmauer am Steinwinkel, Altena, gemeinsam mit Asplenium trichomanes und Bastarden mit dieser Art, Großer Bestand. 2010; Mauerfugen in einer Natursteinmauer nahe einem Wohnhaus in der Südstrasse, Altena, einige Exemplare; 2009-2010: Mauerfugen in einer Natursteinmauer unterhalb der Fuelbecke Talsperre, Altena, großer, individuenreicher Bestand. 2012: Werdohl, Verseförde, Mauerfugen, kleiner Bestand.

 

Dennstaedtiaceae

Adlerfarn (Pteridium aquilinum)

Merkmale: Einzeln aus dem Boden entspringende, im Umriß dreieckige Wedel.

Vorkommen: Birkenwälder, Waldränder, verwahrloste Schonungen, Schlagfluren. Saure bis schwach saure, nicht zu feuchte Standorte.

Häufigkeit: Verbreitet. Stellenweise umfangreiche Bestände, welche einen hohen Deckungsgrad erreichen können.

Fundpunkte: 2009: Waldrand westlich Lanferschlade; Birken-Pionierwald westlich Lanferschlade; Waldrand zwischen Nettenscheid und Lissing; Schlagflur unter Hochspannungsmasten östlich Elektromark; Verwahrloste Gärten mit Birken und Eschen westlich Schreck.

 

Dryopteridaceae

Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris)

Merkmale: Zierlicher Farn. Wedel zart, im Umriß dreieckig, zweifach gefiedert. Die untersten beiden Fiedern besonders groß (etwa genauso groß wie der Rest der Spreite).

Vorkommen: frische, luftfeuchte Waldgesellschaften. Artenreiche Hainsimsen-Rotbuchenwälder im oberen Bereich von Siepen, Schluchtwälder. Nicht auf stark sauren oder verhagerten Standorten.

Häufigkeit: Selten, da anspruchsvollere Waldgesellschaften im Gebiet nur stellenweise vorkommen und dort oft durch Fichtenforste ersetzt sind.

Fundpunkte: 2008: bewaldetes Siepental östlich Ardey, artenreicher Hainsimsen-Rotbuchenwald im Übergang zum anspruchsvolleren Waldmeister-Buchenwald. Literatur: "Meist kleinflächig, besonders in den Bergwaldungen ziemlich verbreitet" (MIEDERS 2006).

Gewöhnlicher Dornfarn (Dryopteris carthusiana agg.)

Merkmale: Blattstiel etwa so lang wie die gelbgrüne Blattspreite, Spreuschuppen einfarbig hellbraun.

Vorkommen: Hainsimsen-Rotbuchenwälder (doch hier nicht in exponierter Südlage), Bodensaure Eichenwaldrelikte, Halbschattige bis schattige Ränder und Böschungen von Forstwegen. Ältere Fichten-Monokulturen.

Häufigkeit: Verbreitet.

Fundpunkte: 2008: Kerbtal östlich Ardey, Hainsimsen-Rotbuchenwald; 2008 & 2009: Waldwegrand westlich Lanferschlade; 2008 & 2009: Verwahrloste Gärten mit Birken und Eschen westlich Schreck. Literatur: "Sehr häufig, oft massenhaft" (MIEDERS 2006).

Gewöhnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas agg.)

Gewöhnlicher Wurmfarn an einer Forstwegsböschung bei Altenaffeln. Der Wurmfarn ist zwar als Mittel gegen Bandwürmer wirksam, kann aber schwere Nebenwirkungen hervorrufen und wird deshalb heute nicht mehr verwendet. Foto: Chr. Schwerdt, 15.06.13.

Merkmale: Blattspreite kräftig grün, meist zweifach gefiedert, Sori mit nierenförmigem Schleier, Spreuschuppen braun.

Vorkommen: Hainsimsen-Rotbuchenwälder (nicht in Südlagen), Schluchtwälder, beschattete Ränder von Forstwegen, Siepen, ältere Fichten-Monokulturen und andere frische, luftfeuchte, saure bis schwach saure Standorte. Kalkmeidend.

Häufigkeit: Verbreitet.

Fundpunkte: 2007-2009: Aufgelockerter Fichtenforst mit Vogelbeere östlich Nettenscheid; 2008: Kerbtal östlich Ardey; 2008-2009: Verwahrloste Gärten mit Birken und Eschen westlich Schreck. Literatur: "Sehr häufig, oft massenhaft in Wäldern (...)" (MIEDERS 2006).

Gewöhnlicher Frauenfarn (Athyrium filix-femina)

Merkmale: Blattspreite kräftig grün, zwei-bis dreifach gefiedert, breitlanzettlich. Sori kommaförmig.

Vorkommen: Hainsimsen-Rotbuchenwälder (nicht in Südlagen), Schluchtwälder, beschattete Ränder von Forstwegen, Siepen, ältere Fichten-Monokulturen und andere frische, luftfeuchte, saure bis schwach saure Standorte. Kalkmeidend. Meist mit dem Gewöhnlichen Wurmfarn vergesellschaftet.

Häufigkeit: Verbreitet.

Fundpunkte: 2007-2009: Aufgelockerter Fichtenforst mit Vogelbeere östlich Nettenscheid; 2007-2010: Halbverwilderter Garten, Nettenscheid.

 

Thelypteridadeae

Bergfarn (Thelypteris limbosperma)

Exemplar des Bergfarns, Thelipteris limbosperma. Fundort: Schalksmühle-Heedfeld. Foto: Chr. Schwerdt.

Merkmale: Blätter in Rosetten, Höhe bis höchstens 120cm, meist kleiner. Sori dicht an den Blatträndern. Blattunterseite mit gelben Drüsen.

Vorkommen: Anspruchsvollere Waldgesellschaften, Feuchte Säume und Böschungen. montan.

Häufigkeit: ?

Fundpunkte: 2013: Schalksmühle, Heedfeld, Forstwegböschung, 3 Exemplare. Literatur: "Ziemlich verbreitet. Vornehmlich in den höheren Lagen." (MIEDERS 2006).

 

Blechnaceae

Rippenfarn (Blechnum spicant)

Rippenfarn (Blechnum spicant). Da es sich um eine Jungpflanze handelt, sind sporentragende Wedel bei diesem Exemplar noch nicht ausgebildet. Fundort: Heimecke, Forstwegböschung. Foto: Chr. Schwerdt, 08.10.2012.

Merkmale: Der Rippenfarn verfügt über zwei unterschiedliche Wedeltypen. Die sterilen Wedel sind einfach gefiedert und liegen relativ flach auf dem Boden auf. Ihre Fiedern sind relativ breit. Die Fiedern der rel. aufrecht stehenden, sporentragenden Wedel sind dagegen recht schmal und rippenähnlich. Unter einer Schneedecke sind die sterilen Wedel des Rippenfarnes in der Lage, den Winter zu überstehen. Daher kann die Art bei milder Witterung schon früh im Jahr nachgewiesen werden.

Vorkommen: Böschungen und Ränder von Forstwegen, bodensaure Waldgesellschaften. Erträgt auch starke Versauerung und Beschattung.

Häufigkeit: Verbreitet.

Fundpunkte: 2007-2009: Forstwegböschung westlich Fischersberg; 2007-2010: Forstwegböschung, Heimecketal; 2008-2010: Wegrand und Waldwegböschung östlich Schreck; 2009-2010: Forstwegböschung und oberhalb liegender lockerer Birkenwald mit Fichtennaturverjüngung, nördlich Großendrescheid, 14 Expl.

 

2.2 Blütenpflanzen (Spermatophyta)

Pinaceae

Europäische Fichte (Picea abies)

Merkmale: 30-50 m hoher, immergrüner Nadelbaum mit kegelförmigem Wuchs. Nadeln unterseits mit zwei weißen Wachsstreifen, stechen.

Vorkommen: Ursprünglich im Altenaer Sauerland nicht heimisch. Wurde im 19ten Jahrhundert durch die Forstwirtschaft eingebracht und zunächst in Kammlagen, dann besonders ab den 1950er Jahren auch in Hanglagen und Siepen vermehrt angebaut. Trotz Sturmanfälligkeit der Kulturen wird der intensive Fichtenanbau durch die Forstwirtschaft weiterhin in erheblichem Ausmaße betrieben. 1995 bestanden die Waldfächen im Märkischen Oberland zu zwei Dritteln aus Nadelholzforsten (ROSENBOHM 1995, Überwiegend Fichte, seltener Douglasie und Lärche). Fast überall angepflanzt. Naturverjüngungen kommen vor, haben aber ohne massive forstwirtschaftliche Maßnahmen gegen die Konkurrenz der Rotbuche keine dauerhafte Chance.

Häufigkeit: Sehr häufig.

Europäische Lärche (Larix decidua)

Merkmale: Bis zu 40m hoher, sommergrüner Nadelbaum mit hellgrünen, rel. weichen Nadeln und eiförmigen bis kugeligen Zapfen.

Vorkommen: Authochton in den silikatischen Inneralpen. Im Sauerland durch die Forstwirtschaft eingeführt. Naturverjüngungen kommen gelegentlich vor.

Häufigkeit: Häufig

Fundpunkte: 2008-2010: Naturverjüngung aus angepflanzten Exemplaren, Forstwegböschung östlich Angst, dort mit Goldröhrling als Symbionten.

Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)

Merkmale: Bis etwa 40m hoher, langlebiger, immergrüner Nadelbaum. Miit typischen langen, gebogenen dunkelgrünen Nadeln, welche dem Kurztrieb paarweise entspringen. Wuchsbild jugendlich kegelförmig, im Alter schirmförmig.

Vorkommen: Ursprünglich in montanen bis subalpinen Bereichen der Kalkalpen, Silikatalpen sowie im norddeutschen Tiefland auf Sandboden. Ins Sauerland  vermutlich durch die Forstwirtschaft eingebracht. Naturverjüngungen sind bei uns selten und langfristig gesehen chancenlos.

Häufigkeit: Häufig

Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

Merkmale: Bis über 50m hoher, immergrüner Nadelbaum mit kegelförmigem Wuchs. Nadeln grasgrün, bis 4cm lang, deutlich abeflacht und unterseits mit zwei silbergrauen Spaltöffnungsstreifen.

Vorkommen: Ursprünglich im westlichen Nordamerika. Bei uns im 20ten Jahrhundert durch die Forstindustrie eingeführt und in den letzten Jahren verstärkt angepflanzt. Inwieweit im Sauerland Naturverjüngungen der Sippe stattfinden werden, läßt sich derzeit noch nicht absehen.

Häufigkeit: Häufig

 

Cupressaceae

Gewöhnlicher Heide-Wachholder (Juniperus communis communis)

Merkmale: Bis 12m hoch werdender, aber meist kleinerer Strauch von aufrechtem Wuchs, bisweilen mit einigen abgeknickten, aber nicht abgestorbenen Ästen. Nadeln in 3-4 gliedrigen Quirlen, stechend. Blaugrüne Beerenzapfen (Wachholderbeeren).

Vorkommen: Ursprünglich in Niederwäldern und Wachholderheiden sowie in durch extensive Weidewirtschaft aufgelockerten Hutewäldern. Bodenvag, jedoch lichtliebend. Heute nurmehr reliktartige Restvorkommen, die darüber hinaus meist stark überaltert sind.

Häufigkeit: In historischer Zeit weit verbreitet, heute selten und weiterhin abnehmend.

Fundpunkte: 2007-2010: NSG Lohhagen bei Wiblingwerde, kleiner Restbestand; Vor 2005: Bergfeld, reliktartig (Friedrich PETRASCH, mündliche Mitteilung); Vor 2000: Ehemaliger Niederwald, Hartenstein, einige alte und teilweise absterbende Exemplare. Literatur: "Der Hartenstein ist eine (...) Waldparzelle in Altena (...). Auf einer Karte von 1768/69 ist er als Heidefläche bezeichnet (...). Aus dieser Zeit stammt sicherlich auch der Wachholder, von dem noch über 30 Expl. zerstreut oder in kleinen Gruppen vorkommen." (PETRASCH 1996).

 

Ranunculaceae

Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris)

Merkmale: kurzlebige Staude, Höhe 30-60cm. Blätter blaugrün, mit drei Fiedern, welche widerum dreifach gelappt sind. Blüten  an langen Stielen, dorsiventral und nickend, mit typischem Sporn. Perianth blau oder weiß.

Vorkommen: Ruderalflächen, Böschungen und Forstwegränder auf Kalkschutt. Kalkliebend.

Häufigkeit: Selten, historische Verbreitung unbekannt (eingeschleppt?).

Fundpunkte: 2007: 2 blühende und vitale Expl. an einem mit Kalksteinen befestigten Wegrand nordwestlich Haunert nahe Nettenscheid (Gartenflüchtlinge?); 2008-2010: Verwahrloster Garten auf dem Nettenscheid, zahlreiche Expl.

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Merkmale: Mehrjährige, stattliche krautige Pflanze. Laubblätter handförmig geteilt. Dorsiventrale Blüten mit blauem Perianth, welches von den Kelchblättern umschlossen wird.

Vorkommen: Frische bis feuchte, basophile Ruderalstandorte, Auwälder, Gartenpflanze. Anspruchsvoll.

Häufigkeit: sehr selten, historische Verbreitung unbekannt (eingeschleppt? verwildert?).

Fundpunkte: 2004: 1 blühendes Expl. in der Lenneaue gegenüber Lager Lücke.

Busch-Windröschen (Anemone nemorosa)

Busch-Windröschen. Fundort: Heimecke, Siepental. Foto: Chr. Schwerdt.

Merkmale: Mehrjährige krautige Pflanze. Jede Pflanze mit drei charakteristischen Blättern, die in einem Scheinquirl am oberen Stängeldrittel angeordnetet sind. Meist nur eine weißliche oder zartrosane Blüte mit 6-8 Kronblättern. Frühblüher, der ab Ende Mai meistens oberirdisch nichtmehr nachweisbar ist.

Vorkommen: Artenreiche Hainsimsen-Rotbuchenwälder, Stieleichen-Hainbuchenwälder, Feldgehölze und Waldränder, welche an Grünland grenzen.

Häufigkeit: Verbreitet und stellenweise bestandsbildend.

Fundpunkte: 2005-2008: Nitrophiler Waldrand nordwestlich Nettenscheid, 2007 durch Holzlagerung zerstört; 2005-2009: Rand eines bodensauren Eichenwaldes im Übergang zu Grünland südlich Nettenscheid, individuenreicher Bestand; 2005-2010: Artenreicher Hainsimsen-Rotbuchenwald mit Birke nördlich Lanferschlade; 2005-2009: Wegböschung nahe Lenneaue gegenüber Lager Lücke; 2009: Waldrand oberhalb Rohland; 2008-2009: Aufgegebene, frische Wiese, Heimecketal.

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Merkmale: Mehrjährige krautige Pflanze.Typische, glänzende, nierenförmige Laubblätter und einzeln stehende, goldgelbe Blüten mit 8-11 Kronblättern. Frühblüher, der ab Anfang März aus Brutknollen ausschlägt und meist Anfang Mai bereits vergilbt.

Vorkommen: Artenreiche Hainsimsen-Rotbuchenwälder, Stieleichen-Hainbuchenwälder, Schwarzerlen-Galeriewälder,

Häufigkeit: Verbreitet und stellenweise bestandsbildend.

Fundpunkte: 2004-2010: Bachaue östlich Einsaler Walzwerke, großer, individuenreicher Bestand; 2004-2010: Heimecke, Bachaue; Wegböschung nahe Lenneaue gegenüber Lager Lücke; 2004-2010: Nettenscheid, Garten.

Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris)

Merkmale: Mehrjährige krautige Pflanze von aufrechtem Wuchs. Blüten dottergelb, Stengel ungefurcht, Laubblätter drei-bis fünfteilig.

Vorkommen: Glatthaferwiesen, Fettwiesen und Weiden. Da er aufgrund seiner Giftigkeit vom Vieh verschont wird, wird der Scharfe Hahnenfuß durch Beweidung von Konkurrenten befreit und somit gefördert. Er ist ein typisches Weidebegleitkraut.

Häufigkeit: Zerstreut, jedoch an geeigneten Standorten zuweilen massenhaft.

Fundpunkte: 2004-2009: Weiden zwischen Nettenscheid und Anschlag, Massenvorkommen; 2009: Weide östlich Nettenscheid, massenhaft.

Sumpfdotterblume (Caltha palustris)

Merkmale: Kräftige, mehrjährige krautige Pflanze mit dottergelben Blüten und bogig aufsteigenden Stielen. Blätter herz-nierenförmig.

Vorkommen: Feuchtwiesen, Milzkrautfluren, Bachauen, Schwarzerlen-Galeriewälder, anspruchsvoll.

Häufigkeit: Selten.

Fundpunkte: 2009: Opperhusener Bach (PETRASCH, mdl.); 2010-2011: Bachaue der Brachtenbecke, Einzelexemplar.

 

Papaveraceae

Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas)

Klatschmohn als Bestandteil der Dorfflora in Iserlohn-Drüpplingsen. Foto: Chr. Schwerdt, 30.05.2013.

Merkmale: Einjährige krautige Pflanze. Krone rot, vierzählig, hinfällig. Typische, behaarte Kapsel, welche nach deren Reifung die Samen entläßt.

Vorkommen: Ackkerränder, Schutthalden, Frisch aufgeschüttete Wegränder. Braucht zum Keimen offenen Boden ohne dichten Bewuchs, stickstoffliebend.

Häufigkeit: Heute selten, jedoch vermutlich bis in die 1960er Jahre als Ackerbegleitkraut wesentlich häufiger (vgl. MIEDERS 2006, ROSENBOHM 1995.).

Der Rückgang dürfte wohl vorwiegend mit dem Strukturwandel und anschließendem Niedergang der Landwirtschaft im Untersuchungsraum seit Ende der 1960er Jahre zusammenhängen.

Fundpunkte: 2005: Nettenscheid, Schutthalde, 1 Expl.; 2005-2007: Nettenscheid, Baustelle, auf Erdaushub, zahlreiche Exemplare.

 

Urticaceae

Gewöhnliche Brennessel (Urtica dioica cf ssp. dioica)

Merkmale: Mehrjährige krautige Pflanze von Aufrechtem Wuchs. Stengel und gegenständige Blätter mit typischen Brenn-und Borstenhaaren.

Vorkommen: Eutrophierte Wegränder und Böschungen, Ruderalflächen, Auwälder, Hundekotplätze. Stickstoffliebend.

Häufigkeit: Sehr häufig, nicht selten massenhaft. Vermutlich aufgrund von stickstoffhaltigen Niederschlägen an Ruderalstandorten, Wegrändern und Forstwegböschungen seit den 1970er Jahren stark zunehmend, oft auf Kosten anderer Arten wie Besenheide oder Hoher Schlüsselblume.

 

Fagaceae

Traubeneiche (Quercus petraea)

Traubeneichen-Birkenwald mit Rotbuche und Heidelbeere auf dem Nettenscheid. Diese Waldgesellschaft ist aufgrund ihrer geringen forstwirtschaftlichen Rentabilität potentiell durch Aufforstung gefährdet. Foto: Chr. Schwerdt, 18.03.10.

Merkmale: Knorriger, bis ca. 30 m hoher Baum. Krone hoch gewölbt und im Vergleich z.B. mit der Rotbuche relativ locker und lichtdurchlässig. Borke nur in der Jugend glatt, später stark furchig.

Vorkommen: Hainsimsen-Rotbuchenwälder, Waldmeister-Rotbuchenwälder, Traubeneichen-Birkenwälder, Traubeneichen-Birken-Niederwälder, Stieleichen-Hainbuchenwälder, Schluchtwaldgesellschaften. Nicht selten auch angepflanzt. Nicht auf staunassen oder stark wechselfeuchten Standorten.

Häufigkeit: Verbreitet und in entsprechenden Waldgesellschaften zahlreich anzutreffen, jedoch in Folge der Aufgabe alter Nieder-und Hutewaldpraktiken seit etwa 1950 zunehmend seltener. Einge Gefahr für die Eichen stellen außerdem stickstoffhaltige Niederschläge dar. Sie begünstigen auf den ärmsten Standorten die Rotbuche. Wird deren Deckungsgrad in der Baumschicht zu hoch, kommt für Eichenkeimlinge nichtmehr genug Licht auf den Waldboden. Eichenjungwuchs wird darüber hinaus durch überhöhte Rehwildbestände stark dezimiert.

Fundpunkte (Auswahl): 2000-2010: Traubeneichen-Birkenwald auf dem Haunert bei Nettenscheid, individuenreiches Vorkommen; 2000-2010: Durchwachsener Traubeneichen-Birken-Niederwald, großer Bestand; 2000-2010: Schluchtwald am Westhang des Wixberges, zahlreiche Expl.

Stieleiche (Quercus robur)

Merkmale: Stattlicher, bis über 40 m hoher Baum von äusserst knorriger Gestalt, oftmals bereits kurz über dem Boden reich verzweigt. Borke im Alter tief längsrissig. Blätter im Unterschied zur Traubeneiche nur kurz gestielt, jedoch Eicheln an bis zu 4cm langen Stielen.

Vorkommen: Hainsimsen-Rotbuchenwälder, Waldmeister-Rotbuchenwälder, Traubeneichen-Birkenwälder, Traubeneichen-Birken-Niederwälder, Stieleichen-Hainbuchenwälder, Schluchtwälder, am Rande von Siepen zwischen Rotbuchenwäldern und Schwarzerlen-Galeriewäldern, Bachauen. Gelegentlich auch angepflanzt. Verträgt auch staunasse und stark wechselfeuchte Standorte.

Häufigkeit: In Tal-und Hanglagen verbreitet und häufig, jedoch vermutlich im Vergleich zur historischen Verbreitung bereits zurückgegangen, da an vielen Siepen-Standorten durch angepflanzte und standortfremde Fichten ersetzt. Gelegentlich auch angepflanzt. Jungwuchs wird sehr stark vom Rehwild verbissen.

Fundpunkte (Auswahl): 2002-2010: Stieleichen-Hainbuchenwald östlich der Einsaler Walzwerke, ca. 1ha umfassender Bestand; 2002-2010: Bachaue der Brachtenbecke, zahlreiche Expl. mit Schwarzerlen vermischt; 2006-2010: Siepentälchen östlich Ardey, zahlreiche Expl. am Rande des Schwarzerlen-Galeriewaldes; 2007-2010: Bachaue der Heimecke, mehrere Exemplare am Rand des Schwarzerlen-Galeriewaldes.

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Merkmale: Stattlicher, bis über 40 m hoher Baum mit aufallend glatter, hellgrauer Rinde. Auf offener Fläche und am Waldrand mit ausladendem Wuchs, oft bis unten beastet. Im Wald hingegen schlank und wimpelförmig. Blätter jung giftgrün, im Alter-gras bis dunkelgrün, glattrandig, eiförmig und mit kurzer Spitze.

Vorkommen: Hainsimsen-Rotbuchenwälder, Waldmeister-Rotbuchenwälder, Traubeneichen-Birkenwälder, in Schluchtwäldern dort, wo die Bodenbewegung nicht zu heftig ist, jedoch für diese Standorte nicht typisch.

Häufigkeit: Verbreitet und Häufig. Im Vergleich mit früheren Jahrhunderten ist eine Zunahme wahrscheinlich, da die Rotbuche durch Niederwald-und Hutewaldpraktiken verdrängt wurde. Aufgrund der Anpflanzung von Fichten und Douglasien ist es der Rotbuche allerdings nicht immer möglich, die für sie potentiell geeigneten Standorte im Untersuchungsraum zu besiedeln.

Fundpunkte (Auswahl): 2000-2010: Hainsimsen-Rotbuchenwälder im Bereich Nettenscheid und Haunert, große Bestände; 2000-2010: Hainsimsen-Rotbuchenwald am Osthang der Wiblingwerde Hochfläche südlich der Bismarck-Straße (Altena), mehrere Hektar umfassender, individuenreicher Bestand; 2000-2010: Artenreicher Hainsimsen-Rotbuchenwald westlich Rohland (Nachrodt), ca. 2 Hektar umfassender Bestand mit vielen Exemplaren unterschiedlicher Altersklassen.

 

Betulaceae

Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)

Merkmale: Bis über 30 m hoher, zuweilen mehrstämmiger Baum mit auffallend pyramidaler Kronenform. Ältere Exemplare mit rissiger Schuppenborke. Blätter typisch verkehrt-eiförmig. Bemerkenswert sind weiterhin die holzigen Erlenzäpfchen, welche aus verwachsenen Schuppen des Blütenstandes bestehen.

Vorkommen: Vorwiegend in Schwarzerlen-Galeriewäldern entlang von Fließgewässern. Gelegentlich auch angepflanzt oder als Relikt auf feuchten Wiesen.

Häufigkeit: Verbreitet und häufig, jedoch an etlichen Standorten durch die Anpflanzung florenfremder Nadelgehölze verdrängt. Liebt feuchte bis nasse Standorte und verträgt auch stauende Nässe sowie zeitweise Überflutung.

Fundpunkte (Auswahl): 2000-2010: Bachaue der Brachtenbecke, Schwarzerlen-Galeriewald, zahlreiche stattliche Exemplare; 2007-2010: Bachaue der Heimecke, Schwarzerlen-Galeriewald, verschiedene Exemplare unterschiedlicher Altersklassen; 2000-2010: Schwarzerlen-Galeriewald im Altenaer und Nachrodter Lennetal, stellenweise durch Begradigungs oder Baumaßnahmen zerstört.

Hängebirke (Betula pendula)

Merkmale: Ausnahmsweise bis 30 m hoch werdender Baum mit überhängenden Zweigenden und weißer Glattrinde, welche sich teilweise in Streifen ablöst.

Vorkommen: Als Pionierbaum auf Schlagflächen oder Windwurfflächen. Kommt Rotbuchenwald auf, wird die Hängebirke nach wenigen Jahrzehnten verdrängt. Regelmäßig anzutreffen ist sie dagegen in Traubeneichen-Birkenwäldern sowie Traubeneichen-Birken-Niederwäldern, deren Charakterart sie ist. Man muß aber bedenken, dass diese Waldgesellschaften oftmals an potentiellen Rotbuchenstandorten stocken. Die Rotbuche wurde hier jedoch durch historische Waldbewirtschaftungsweisen zurückgedrängt und ist jetzt in den verbliebenen Traubeneichen-Birkenwäldern als Jungwuchs anzutreffen. Unter Umständen wird sie sich nach und nach durchsetzen und die lichtliebende Hängebirke verdrängen. Der Traubeneichen-Birkenwald würde dann zu einem Hainsimsen-Rotbuchenwald mit Traubeneiche werden. Die Hängebirke wird gelegentlich als Garten-und Parkbaum angepflanzt.

Häufigkeit: Verbreitet und stellenweise häufig. Aufgrund der oben genannten Umstände ist in Zukunft mit einer Abnahme zu rechnen. Viele Standorte der Art sind in jüngerer Vergangenheit auch bereits mit Fichten aufgeforstet werden.

Fundpunkte (Auswahl): 2003-2010: Birken-Pionierwald mit Rotbuche, Eichen und Stechpalme östlich der Einsaler Walzwerke, großer Bestand; 2000-2010: Traubeneichen-Birkenwald auf dem Haunert bei Nettenscheid, Viele, meist ältere Exemplare; 2002-2009: Traubeneichen-Birkenwald beim Oevenscheider Stall, 2010 durch Intensivierungsmaßnahmen zerstört.

 

Corylaceae

Hainbuche (Carpinus betulus)

Merkmale: Höchstens 25 m hochwerdender Baum von meist auffällig krummem Wuchs. Rinde glatt, braungrau. Blätter eiförmig und zugespitzt, aber im Gegensatz zur Rotbuche randlich gesägt.

Vorkommen: Stieleichen-Hainbuchenwälder, Schluchtwälder, Siepen.

Häufigkeit: Zerstreut. Vermutlich einstmals häufiger, jedoch durch Fichtenmonokulturen verdrängt.

Fundpunkte (Auswahl): 2002-2010: Stieleichen-Hainbuchenwald östlich der Einsaler Walzwerke, ca. 1ha umfassender, individuenreicher Bestand; 2008-2010: Kleiner Siepen am Westhang des Wixberges, individuenreicher Bestand. Literatur: Steilhang im Kleff, Schluchtwald (PETRASCH 1996).

Hasel (Corylus avellana)

Merkmale: Bis zu 15 m hoher Strauch oder kleiner Baum. Rinde braun, glatt, im Alter in Streifen und Schuppen zerbrechend. Blätter rundlich bis eiförmig, aber am Grunde leicht herzförmig, randlich gesägt, mit gut ausgeprägter Spitze. Typische Haselnuß vom Fruchtbecher halb umschlossen.

Vorkommen: Schluchtwälder, Stieleichen-Hainbuchenwälder, Waldränder, Feldgehölze. Häufig in Gärten gepflanzt und sich von dort gelegentlich ausbreitend.

Häufigkeit: Häufig.

Fundpunkte (Auswahl): 2007-2010: Walrdrand östlich Nettenscheid, mehrere Exemplare; 2007-2010: Aufgegebene Gärten und Pionierwald westlich Schreck, zahlreiche Exemplare. Literatur: Lenneinsel bei Pragpaul (PETRASCH 1996).

 

Caryophyllaceae

Hain-Sternmiere (Stellaria nemorum)

Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze von meist 20-40 cm Höhe. Gegenständige Laubblätter eiförmig und zugespitzt. Rundlicher, zerbrechlicher Stengel weich behaart. Kronblätter weiß, tief zweispaltig.

Vorkommen: Auwälder, Bachrränder, frische bis feuchte Ruderalstandorte.

Häufigkeit: Zerstreut. Viele potentielle Standorte sind heute überbaut.

Fundpunkte: 2007-2009: Frische Wegböschung zwischen Obergraben und Lenne; 2003-2009: Schwarzerlen-Galeriewald mit Anklängen zum Hainmieren-Schwarzerlenwald gegenüber Lager Lücke auf dem östl. Lenneufer, zahlreiche Exemplare. Literatur: Lenneinsel bei Pragpaul (PETRASCH 1996).

Große Sternmiere (Stellaria holostea)

Merkmale: Ausdauernde krautige Pflanze von bis zu 60 cm Höhe. Stengel vierkantig und unbehaart. Laubblätter gegenständig, schmal-lanzettlich. Weiße Kronblätter bis zur Mitte gespalten.

Vorkommen: Frische Waldgesellschaften, mesophile Standorte.

Häufigkeit: Unklar, möglicherweise sind Fundpunkte unentdeckt geblieben.

Fundpunkte: 2005-2009: Aufgelockerter, farnreicher Fichtenforst mit Vogelbeere östlich Nettenscheid, großer Bestand. Mittlerweile durch erneut angepflanzte Fichten und nachfolgende Beschattung potentiell bedroht.

Rote Lichtnelke (Silene dioica)

Merkmale: 30-90 cm hoch werdende, 2-4 Jahre alt werdende krautige Pflanze. Blätter gegenständig, eiförmig bis lanzettlich. Blüten rot, Kelch lang und stark behaart. Die Art ist zweihäusig getrentgeschlechtlich (diözisch).

Vorkommen: Auwälder, frische bis feuchte, nährstoffreiche Ruderalstandorte. Gartenpflanze.

Häufigkeit: Unklar.

Fundpunkte: 2003 bis 2009: Überwachsener Weg und Wegböschung zwischen Obergraben und Lenne bei Einsal, jedes Jahr mehrere Individuen anzutreffen.

 

Polygonaceae

Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta)

Merkmale: Mehrjährige, krautige Pflanze. Höhe meist 20 bis 80 cm. Rhizom kräftig und schlangenförmig gewunden (Name!). Die rosafarbenen Blüten stehen dicht in typischen, walzenförmigen Scheinähren.

Vorkommen: Glatthaferwiesen, Feuchtwiesen. Collin bis montan verbreitet.

Häufigkeit: Selten. Früher als Bestandteil submontaner Glatthaferwiesen vermutlich häufiger, ist in mehrschührigen, stark gedüngten Fettwiesen für den Schlangen-Knöterich heute kein Platz mehr.

Fundpunkte: 2003-2008: Wegböschung und überwachsener Erdaushub westlich Nettenscheid, Reliktstandort. Literatur: "Der Schlangenknöterich kommt häufiger vor als dem Landwirt lieb ist." (STREICH 1976).

Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica)

Merkmale: Äusserst schnellwüchsige, ausdauernde krautige Pflanze. Erreicht im Extremfall Höhen von über 3 m. Stengel hohl. Blätter ledrig, am Grunde gestutzt, vorne mit Spitze. Perianth der zahlreichen Blüten weißlich.

Vorkommen: Auwälder, Gewässerränder, frische bis feuchte, stickstoffreiche Ruderalflächen. Neophyt (Heimat: Ostasien).

Häufigkeit: Sehr häufig und besonders im Lennetal oft massenhaft.

 

Violaceae

Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis)

Blüte des Acker-Stiefmütterchens (Viola arvensis). Fundort: Altenaffeln. Foto: Chr. Schwerdt, 30.05.2013.

Ackerrandstreifen mit Acker-Stiefmütterchen und einigen anderen Arten. Fundort: Altenaffeln. Foto: Chr. Schwerdt, 30.05.2013.

Merkmale: Bis ca. 30 cm hohe, krautige Pflanze. Blätter fiederteilig und in der Regel mit 4-5 Kerben versehen. Größere Blätter eiförmig, Hochblätter länglich - lanzettlich. Blüten zygomorph (d.h. mit nur einer Symmetrieebene), Krone weitgehend weiß, unteres Kronblatt jedoch gelb und mit einigen blauen Kerben.

Vorkommen: Ackerrandstreifen, Schuttplätze, Ruderalflächen.

Häufigkeit: Zerstreut in den ackerbaulich genutzten Gebieten um Affeln und Altenaffeln, sonst fehlend.

Vorkommen: 18.05.2013: Altenaffeln, Feldflur östlich Christine Koch - Gedächtnisweges, Rand eines Rapsfelds, zahlreiche Exemplare; 30.05.2013: Feldflur südlich von Alten-Affeln, kleiner Bestand in einem Acker-Randstreifen.

 

Brassicaceae

Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

Merkmale: Zweijährige bis einige Jahre ausdauernde, krautige Pflanze. Höhe zwischen 20 und ausnahmsweise bis 90 cm. Laubblätter nierenförmig. Blüten zahlreich, in einem endständigen, traubigen Blütenstand. Krone vierzählig, weiß, relativ schnell hinfällig. Frucht eine bis zu 7 cm lang werdende Schote. Ganze Pflanze mit auffällig Knoblauchgeruch.

Vorkommen: Wegränder, Säume, Ruderalflächen, Wälder. Liebt frische bis feuchte, nährstoffreiche Standorte. Gelegentlich auch in Gärten.

Häufigkeit: Sehr häufig.

Wiesenschaumkraut (Chardamine pratensis)

Merkmale: Mehrjährige krautige Pflanze, welche alljährlich aus einem verdickte Rhizom austreibt. Grundblätter unpaarig gefiedert. Fiederblättlichen rundlich. Blüten in endständiger Traube. Krone vierzählig, weiß bis rosa. Die Frucht ist, wie für die Kreuzblütler typisch, eine Schote.

Vorkommen: Frische bis Feuchte Wiesenstandorte, gelegentlich auch an Gewässerrändern.

Häufigkeit: Häufig.

Fundpunkte (Beispiel): 2005-2009: Frische Fettwiesen und Weiden auf dem Nettenscheid.

Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense)

Das Acker-Hellerkraut bildet sehr auffällige Fruchtstände aus. Bei den Früchten handelt es sich botanisch gesehen um Schötchen. Fundort: Altenaffeln, Ackerrand. Foto: Chr. Schwerdt, 07.06.2013.

Merkmale: Einjährige, 10-40 cm hochwerdende, krautige Pflanze. Ganze Pflanze kahl, beim Zerreiben ähnlich wie die Knoblauchsrauke nach Knoblauch riechend. Stengel kantig. Blüte vierzählig, Kronblätter weiß. Die namensgebenden Früchte sind auffällig groß, weitgehend rund und breitflügelig.

Vorkommen: Ackerrandstreifen, Schuttplätze.

Häufigkeit: Zerstreut im Bereich der landwirtschaftlich genutzten Bereiche um Affeln und Altenaffeln. Ansonsten sehr selten.

Fundpunkte (Beispiel): Juni 2013: Feldflur südlich Altenaffeln, Ackerrand, 6 Exemplare.

Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze. Im Untersuchungsraum meist von kriechendem Wuchs.

Vorkommen: Quelltöpfe im Offenland, Flutschwaden-Kleinröhrichte. Nährstoff- und basenliebend.

Häufigkeit: Zerstreut.

Fundpunkte (Auswahl): 2007-2010: Quellwassergespeiste Viehtränke bei Finkingsen, kleines Vorkommen. 2007-2010: Rennerde, quellwassergespeiste Viehtränke, großer Bestand.

 

Ericaceae

Besenheide (Calluna vulgaris)

Die Besenheide ist im Altenaer Raum auf Refugialstandorte an Forstwegböschungen angewiesen. Doch selbst hier ist sie mitunter durch aufkommende Fichten gefährdet, wie auf diesem Bild gut zu erkennen. Fundort: Kreinberg, 05.04.10; Foto: Chr. Schwerdt.

Merkmale: Immergrüner Zwergstrauch. Blätter dunkelgrün, klein und derb, schuppenförmig. Blüten nickend, in einem traubigen Blütenstand. Kelch- und Krone vierzählig, rosa bis purpurn, bei uns im Gebiet nur sehr selten weiß.

Vorkommen: Traubeneichen-Birkenwälder, Traubeneichen-Birken-Niederwälder, Birken-Pionierwälder, Wachholderheiden, Forstwegböschungen, Böschungen an Straßen. Stickstoff- und kalkmeidend.

Häufigkeit: Zerstreut, abnehmend. Im Untersuchungsraum nur noch stellenweise und oft reliktartig vertreten. Die Ursachen hierfür sind zum einen die Aufgabe historischer Waldwirtschafts- und Weideformen, die Beiseitigung von Traubeneichen-Birkenwäldern und ihr Ersatz durch artenarme Fichtenforste. Zum anderen ist die Besenheide an Saumstandorten vielfach durch Brennesseln verdrängt worden. Dieses Phänomen wird durch anthropogenen Stickstoffeintrag hervorgerufen.

Fundpunkte (Auswahl): 2000-2010: Nettenscheid, Wegböschung am Zubringer, ca. 10qm umfassender Restbestand. 2009-2010: Traubeneichen-Birkenwald auf dem Haunert bei Nettenscheid, reliktartig am Rande eines Forstweges.

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Heidelbeeren mit Blüten in einer jungen Douglasienkultur. Fundort: Fischersberg zwischen Altena und Neuenrade. Foto: Chr. Schwerdt, 09.05.2013.

Merkmale: Laubabwerfender, ausnahmsweise bis 60 cm hoch werdender Zwergstrauch. Kann zahlreiche Ausläufer bilden. Äste auffallend grün gefärbt. Blätter eiförmig bis elliptisch, jung giftgrün, später grasgrün. Krone fünfzählig, grünlich oder rötlich. Frucht eine blaue Beere.

Vorkommen: Heidelbeer-Rotbuchenwälder (Subassoziation des Hainsimsen-Rotbuchenwaldes), Traubeneichen-Birkenwälder, Traubeneichen-Birken-Niederwälder, Birken-Pionierwälder, Wachholderheiden, Forstwegböschungen, Böschungen an Straßen. Liebt frische bis feuchte, saure und nährstoffarme Standorte.

Häufigkeit: Häufig, jedoch im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten deutlich seltener. Viele Standorte sind durch die Anpflanzung von Fichtenplantagen vernichtet. An Saumstandorten ist wie bei der Besenheide Vernesselung eine wichtige Rückgangsursache. Das Rehwild sucht die verbliebenen Bestände besonders im Winterhalbjahr verstärkt auf und verbeißt sie, was einerseits verjüngend wirkt, andererseits aber auch die Fruktifikation verhindert.

Fundpunkte (Auswahl): 2007-2010: Durchgewachsener Birken-Pionierwald mit einzelnen jungen Traubeneichen bei Lanferschlade, großer Bestand. 2008-2010: Traubeneichen-Birkenwald auf dem Haunert bei Nettenscheid, etliche Exemplare in der Krautschicht. Literatur: "Nach Aufgabe der Niederwaldwirtschaft und der Förderung von Fichtenmonokulturen kaum noch fruktifizierende Großbestände. Restbestände werden vom  Rehwild verbissen. (...) Das Sammeln ist praktisch nicht mehr möglich." (MIEDERS 2006).

Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)

Die einstmals weit verbreitete Preiselbeere ist im Untersuchungsraum heute auf wenige Saumbiotope beschränkt. Fundort: Forstwegböschung bei Bergfeld, 05.04.10. Foto: Chr. Schwerdt.

Merkmale: Ausläuferbildender, kompakter, immergrüner Zwerstrauch. Blätter eiförmig bis elliptisch, im Vergleich zur Heidelbeere relativ derb. Blüte glockenförmig. Krone weiß, vierzählig. Beeren ausdauernd, in reifem Zustand rötlich.

Vorkommen: Traubeneichen-Birkenwälder, Traubeneichen-Birken-Niederwälder, Birken-Pionierwälder, Wachholderheiden, Felsstandorte in bodensauren Waldgesellschaften, Forstwegböschungen, Böschungen an Straßen. Säureliebend. Meidet eutrophierte und vollschattige Standorte.

Häufigkeit: Selten, ehedem erheblich häufiger (vgl. MIEDERS 2006). Rückgangsursachen siehe Heidelbeere.

Fundpunkte: 2009-2010: Straßenböschung westlich Rosmart, zwei kleinere, vitale und fruktifizierende Restbestände (jeweils ca. 4 sowie ca. 10qm bedeckend, mit Heidelbeere); 2010: Böschung zwischen Breitenhagen und Bergfeld, vitaler und fruktifizierender Restbestand auf ca. 17m Länge und 2-4m Breite entlang des Forstweges; 2010: Straßenböschung oberhalb von Einsal, ca. 3qm umfassender, vitaler Restbestand im Mosaik mit Heidelbeere. Literatur (Auswahl): NSG Lohhagen bei Wiblingwerde, bereits in den 1980er Jahren erloschen (MIEDERS 2006); Fahrweg zwischen Oevenscheid und Grennigloh, rudimentärer Bestand (MIEDERS 2006), 2011 noch einzelne Expl. in Heidelbeerbestand; Waldfriedhof Kohlberg, nach 2002 erloschen (MIEDERS 2006).

 

Primulaceae

Echte Schlüsselblume (Primula veris)

Mermale: Ausdauernde, krautige Pflanze. Überdauert den Winter mit Hilfe ihres kräftigen Rhizomes. Laubblätter runzlig, länglich und gestielt, in grundständiger Rosette.Die Blüten stehen in einer einseitswendigen Dolde, welche an einen Schlüsselbund erinnert. Sie sind schwach duftend. Krone fünfzählig, Kronblätter verwachsen, dottergelb. Jedes Kronblatt mit einem orangeroten Schlundfleck (Saftmal).

Vorkommen: Waldmeister-Buchenwälder, Orchideen-Buchenwälder, Feldgehölze und Gebüsche auf Kalk. Liebt trockene bis frische, kalkreiche Standorte.

Häufigkeit: Sehr selten. Im Untersuchungsraum auf die wenigen Kalklinsen beschränkt.

Fundpunkte: Bei Evingsen (SCHLÜPMANN zitiert in MIEDERS 2006).

Hohe Schlüsselblume (Primula elatior)

Jungpflanze von Primula elatior. Fundort ist eine aufgegebene Wiese in der Heimecke (Siepental bei Altena). Foto: Chr. Schwerdt, 17.04.11.

Merkmale: Habitus ähnlich Primula veris, jedoch Laubblätter weniger runzlig, Krone blaßgelb, kaum duftend. Orangerote Saftmale fehlend.

Vorkommen: Waldmeister-Buchenwälder, Stieleichen-Hainbuchenwälder, Auwälder, Extensiv bewirtschaftete Wiesen, nicht zu saure Ruderal- und Saumstandorte, Gärten. Frische bis feuchte Standorte mit einem gewissen Basengehalt.

Häufigkeit: Zerstreut. Durch Aufforstung ihrer Wiesenstandorte mit Fichten und Zerstörung von Saumstandorten durch intensive Forstwirtschaft stark abnehmend. An ruderalen Standorten zudem durch Vernesselung bedroht.

Fundpunkte (Auswahl): 2009: Forstwegrand nahe Lissingsiepen, 2 Exemplare; 2009: Steinwinkel, vom Naturschutz gepflegte Wiese, 38 Exemplare; 2005-2011: Brachtenbecke, Bachaue, großer Bestand; 28.03.11: Steinwinkel, Gartengelände, 21 teilweise bereits blühende Exemplare; 01.05.2013: Ruckeljahn zwischen Altena und Neuenrade, Forstweg-Saum und Rand einer Kyrillfläche, 20 Expl. Literatur: "Zerstreut bis häufig. Seltener im Süderbergland (...)" (RUNGE 1955); "In großer Zahl findet man die Hohe Schlüsselblume (...)" (STREICH 1976); "Stellenweise ziemlich verbreitet. (...) An zahlreichen Stellen durch Standortveränderungen (...) zurückgehend  bzw. bereits vernichtet" (MIEDERS 2006).

Saxifragaceae

Wechselblättriges Milzkraut (Chrysoplenium alternifolium)

An diesem Funpunkt im Siepen des Mühlenbaches sind Chrysoplenium alternifolium und oppositifolium miteinander vergesellschaftet. Wie man erkennt, ist das Gegenblättrige Milzkraut jedoch erheblich häufiger, was auch für den Untersuchungsraum in seiner Gesamtheit zutrifft. Foto: Chr. Schwerdt, 05.04.10.

Merkmale: Ausdauernde krautige Pflanze. Stengel dreikantig, fleischige Blätter wechselständig. Unscheinbare Blüten in Trugdolden, von gelben oder gelbgrünen Hochblättern umgeben.

Vorkommen: Auwälder, Schwarzerlen-Galeriewälder, feuchte und schattige, basenreiche Ruderalstandorte in der Nähe von Gewässern, Milzkrautfluren an Bachrändern. Insgesamt etwas weniger montan als das Gegenblättrige Milzkraut (HAEUPLER, mdl. Mitteilung).

Häufigkeit: Zerstreut.

Fundpunkte (Beispiel): 2007 bis 2009: Überwachsener Weg und Wegböschung zwischen Obergraben und Lenne bei Einsal, kleiner Bestand; 2010: Mühlenbach (bei Mühlenrahmede), einige Exemplare in von C. oppositifolium dominierter Milzkrautflur; 2010: Rahmede, mehrere kleinere Bestände am Bachufer.

Gegenblättriges Milzkraut (Chrysoplenium oppositifolium)

Merkmale: Ausdauernde krautige Pflanze. Habitus ähnlich C. alternifolium, jedoch mit vierkantigem Stengel und gegenständigen Blättern.

Vorkommen: Schwarzerlen-Galeriewälder, Bachauen, Milzkrautfluren an Quelltöpfen, Quell-und Bachstauen, Kolken, sowie an Bachrändern. Liebt feuchte, basenreiche Standorte.

Häufigkeit: Häufig.

Fundpunkte (Auswahl): 2007-2010: Große Milzkrautflur um einen Quellstau bei Neuenhaus; 2009-2010: Bachstau bei Hallenscheid, kleinere Milzkrautflur; 2003-2010: Quelltopf bei Rennerde, große Milzkrautflur; 2010: Mühlenbach (bei Mühlenrahmede), wohl eine der größten Milzkrautfluren im Untersuchungsgebiet; 14.05.11: Bachaue im Oberlauf der Brachtenbecke, großer Bestand.

 

Lythraceae

Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)

Merkmale: Mehrjährige krautige Pflanze von bis über 1 m Höhe. Stengel vier- bis mehrkantig, behaart. Der Blütenstand ist eine Ähre oder eine Traube. Krone fünf- bis sechszählig, purpurn. Frucht eine zweiklappige Kapsel.

Vorkommen: Gewässerufer, Feuchtwiesen, lichte Auwälder. Meidet nährstoffarme und stark saure Standorte.

Häufigkeit: Unklar.

Fundpunkte: 2000-2009: Uferbereich der Fuelbecker-Talsperre, großer Bestand.

 

Linaceae

Ausdauernder Lein (Linum perenne)

Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze von aufrechtem Wuchs. Blütenstand mit in der Regel mehr als 10 Blüten. Innere Kelchblätter stumpf, mit winziger Stachelspitze. Krone fünfzählig, hellbrau, schnell hinfällig.

Vorkommen: Ursprünglich auf Silikat-Xerothermrasen. Dieser Vegetationstyp kommt im Untersuchungsraum natürlicherweise nicht vor. Die Art verwildert bei uns aus Gärten und Wildäckern (?) und kann sich an besonnten Wegrändern oder auf überwachsenen Forstwegen in sonniger Südlange für einige Jahre halten.

Häufigkeit: Selten, nicht einheimisch und wohl auch nicht ständig vertreten.

Fundpunkte: 2002 und 2003: Bewachsener Forstweg am Südhang des Nettenscheides, 3 Exemplare; 2006: Wildacker und Wegrand am Lissing, mehrere Exemplare.

 

Rubiaceae

Waldmeister (Galium odoratum)

Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze. Im Untersuchungsraum selten höher als 15 cm. Blätter quirlständig, länglich - lanzettlich. Stengel vierkantig. Blüten vierzählig, radiärsymmetrisch. Kronblätter weiß.

Vorkommen: Anspruchsvolle Waldgesellschaften, Charakterart des Waldmeister-Rotbuchenwaldes. Der Waldmeister ist darüberhinaus in Feldgehölzen, Hecken und nitrophilen (stickstoffreichen) Säumen zu finden.

Häufigkeit: Zerstreut bis selten.

Fundpunkte: 2009-2012: Altena, Lanferschlade, alter Birkenbestand mit Rotbuchen, Hainbuchen und Traubeneichen, großflächiges Vorkommen. Literatur: "In den Kalkgebieten häufig , oft große Herden bildend, sonst ziemlich zerstreut." (MIEDERS 2006) Da im Untersuchungsraum ganz überwiegend silikatische Gesteine vorherrschen, ist nach Mieders Angaben im Altenaer Raum von einer zerstreuten Verbreitung des Waldmeisters auszugehen, was durch die ersten Beobachtungen des Autors bestätigt wird.

 

Aquifoliaceae

Stechpalme (Ilex aquifolium)

Merkmale: Immergrüner Strauch oder seltener kleiner Baum. Blätter dunkelgrün, ledrig, in Bodennähe meist dornig gezähnt, weiter oben ganzrandig.

Vorkommen: Bodensaure Waldgesellschaften. Charakterart der Stechpalmen-Rotbuchenwälder (Ilici-Fageten).

Häufigkeit: Auf der Wiblingwerder Hochfläche und im Nachrodter Lennetal häufig, ansonsten zerstreut.

Fundpunkte: 2008-2010: NSG Lohhagen bei Wiblingwerde, großer Bestand; 2010: Kreinberg, Rotbuchenwaldparzelle mit zahlreichen Exemplaren im Unterwuchs.

 

Aceraceae

Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Merkmale: Stattlicher, auf freier Fläche breitkroniger Baum. Höhe bis 30 m. Rinde in der Jugend glatt und hellbraun bis hellbraun-grau, später zunehmend dunkler und plattig abblätternd. Blätter 5-lappig und in unregelmäßigen Abständen gekerbt-gesägt.

Vorkommen: Ursprünglich in luftfeuchten Schluchtwäldern. Durch anthropogenen Stickstoffeintrag seit einigen Jahrzehnten auch zunehmend in Buchenwäldern, aufgegebenen Gärten, an Straßenrändern und auf Ruderalstandorten.

Häufigkeit: Sehr häufig, zunehmend.

Spitz-Ahorn (Acer platanoides)

Merkmale: Mit im Untersuchungsraum selten über 20 m Höhe weniger stattlich als sein Verwandter, der Berg-Ahorn. Borke bei alten Exemplaren längsrissig, nicht plattig abblätternd. Blätter fünflappig, aber im Gegensatz zu A. pseudoplatanus mit lang zugespitzten und ganzrandigen Blattlappen.

Vorkommen: Eschen-Ahorn-Schluchtwälder, Feldgehölze. Gelegentlich angepflanzt.

Häufigkeit: Häufig

Fundpunkte (Beispiel): Literatur: Schluchtwald am Südhang des Wixberges (PETRASCH 1996).

 

Oxalidaceae

Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)

Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze. Überwintert mit Hilfe eines Rhizomes, aus dem jährlich einblütige Stengel und dreizählige, kleeartige Laubblätter getrieben werden. Krone fünfzählig. Kronblätter weißlich oder blass rosa, violett geädert.

Vorkommen: Der Waldsauerklee ist aufgrund seiner starken Schattenverträglichkeit als eine der wenigen Blütenpflanzen in der Lage, selbst in Fichtenmonokulturen zu überleben. Darüber hinaus findet man ihn in bodensauren Laubwaldgesellschaften und oftmals gemeinsam mit Moosen auf liegendem, morschem Holz.

Häufig: Sehr häufig, meist kleinere Bestände.

 

Geraniaceae

Stinkender Storchschnabel (Geranium robertianum cf ssp. robertianum)

Merkmale: Ein- bis zweijährige, stark verzweigte, krautige Pflanze. Nicht selten lang behaart. Blätter handförmig gefiedert, 3- bis 5-teilig. Blüte radiärsymmetrisch, Krone fünfteilig, rosa. Obere und sterile Teile der fünf Karpelle (Fruchtblätter) zum charakteristischen "Storchenschnabel" verwachsen. Dieser hat dementsprechend fünf Narben. Die ganze Pflanze mit äusserst unangenehmen Geruch.

Vorkommen: Ruderalflächen, nitrophile Säume, Wegsäume, Mauerfugen, gerne in oder in der Nähe menschlicher Siedlungen.

Häufigkeit: Sehr häufig

 

Balsaminaceae

Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

Merkmale: Einjährige krautige Pflanze, welche äusserst schnellwüchsig ist und bis zu 2 m hoch werden kann. Laubblätter gegenständig, im oberen Bereich der Pflanze quirlständig, eilanzettlich und scharf gezähnt. Blüten hängen an einem dünnen Stiel, sind weißlich bis rosa und riechen unangenehm süßlich. Kelch dreizählig. Das untere Kelchblatt ist kronblattähnlich und lang gespornt. Krone fünfzählig, dorsiventral. Frucht eine Kapsel, welche in reifem Zustand die Samen herausschleudert (Deutscher Trivialnahme: "Rührmichnichtan").

Vorkommen: Gewässerufer, Auwälder, Feuchte Ruderalflächen. Neophyt aus Südasien (Vorderindien und Himalaya).

Häufigkeit: Sehr häufig, oft massenhaft.

 

Gentianaceae

Deutscher Kleinenzian (Gentianella germanica)

Merkmale: Ein- bis zweijährige, krautige Pflanze. Höhe höchstens 30cm, meist weniger. Laubblätter kreuzgegenständig, sich von unten nach oben verschmälernd.

Vorkommen: Kalk-Halbtrockenrasen, Extensive Viehweiden, magere Saumbiotope. Bevorzugt Standorte mit einem gewissen Vertritt. Kalkstet.

Häufigkeit: Sehr selten.

Fundpunkte: 2009: Wegrand in der Sohle des Kalksteinbruches Grünewiese, 18 Exemplare.

 

Boraginaceae

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)

Merkmale: Bis etwa 50 cm (in Ausnahmefällen bis etwa 1 m) hoch werdende, derb borstige, krautige Pflanze. Stängel stielrund und steif. Krone verwachsenblättrig, erst rosa, später blau. Vierteilige Klausenfrucht.

Vorkommen: Kalk-Halbtrockenrasen, Kalk-Trockenrasen, Schuttplätze, Säume. Kalkstet.

Häufigkeit: Sehr selten

Fundpunkte: 2009: Sohle des Kalksteinbruches Grünewiese, 1 Exemplar.

Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis agg.)

Merkmale: Ausdauernde krautige Pflanze. Stängel weich behaart, Blätter ebenfalls mit weichen Haaren und in der Regel mit hellgrünen Flecken. Grundblätter herz-eiförmig. Stengelblätter meist stiellos. Krone fünfzählig, verwachsen, erst rötlich, später violett und schließlich blau. Vierteilige Klausenfrucht.

Vorkommen: Artenreiche Hainsimsen-Rotbuchenwälder, Waldmeister-Rotbuchenwälder, Schluchtwälder, frische Ruderalstellen, Säume, zuweilen auch Gartenpflanze. Basenliebend, allerdings nicht auf stark stickstoffhaltigen Standorten.

Häufigkeit: Selten

Fundpunkte: 2005-2010: Artenreicher Hainsimsen-Rotbuchenwald nördlich Einsaler Walzwerke, zahlreiche Exemplare, noch 15 Expl. in 2011; 2007: Gartengelände und Saum, Rotenschlade, 4 Exemplare (angesalbt?), 28.03.11: Steinwinkel, nitrophiler Wegsaum, großer Bestand mit hohem Deckungsgrad auf etwa 4qm, in der näheren Umgebung weitere Einzelexemplare.

 

Lamiaceae

Gundermann (Glechoma hederacea)

Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze. Bildet Ausläufer. Stengel familientypisch vierkantig. Krone der Lippenblüten blauviolett. Blätter nierenförmig bis rundlich - herzförmig.

Vorkommen: Nährstoffreiche Säume, Ruderalflächen, Grünland. Stickstoffzeiger.

Häufigkeit: Häufig

Fundpunkte (Beispiel): 16.04.10: Heimecke, aufgegebene Wiese, zahlreich.

Kriechender Günsel, Kriech-Günsel (Ajuga reptans)

Blütenstand des Kriechenden Günsels Ajuga reptans. Beachte die fehlende Oberlippe (Artmerkmal). Fundort: Steinwinkel bei Altena. Foto: Chr. Schwerdt, 06.05.11.

Merkmale: Mehrjährige, selten bis 30cm hoch werdende, krautige Pflanze. Blätter gegenständig, Stengel familientypisch vierkantig. Lippenblüten blau bis blau-violett, Oberlippe fehlend (vgl. Abbildung). Pflanze bildet zahlreiche kriechende Ausläufer.

Vorkommen: Extensivgrünland, Säume, Ruderalflächen, Gärten (Zierpflanze oder Gartenbegleiter). Frische bis feuchte, nährstoffreiche Standorte.

Häufigkeit: Zerstreut

Fundpunkte (Auswahl): 06.05.11: Steinwinkel, Rasenfläche, vermutlich Einzelexemplar; 31.05.11: Steinwinkel, frischer Forstwegsaum, kleiner Bestand.

Salbei-Gamander (Teuricum scorodonia)

Merkmale: Ausdauernde krautige Pflanze. Höhe 30-60 cm. Stengel behaart, familientypisch vierkantig. Blätter runzlig, herzeiförmig oder länglich. Lippenblüten in Scheintrauben, blaßgelb bis grünlich. Unterlippe mit großem, stark konkaven Mittellappen. Kelch zweilippig.

Vorkommen und Ökologie: Traubeneichen-Birkenwälder, Traubeneichen-Birken-Niederwälder, Wachholderheiden, Säume und Böschungen. Bevorzugt nicht zu feuchte, lichte und kalkarme Standorte. Oft mit Besenheide und/oder Heidelbeere vergesellschaftet. Säure- und Magerkeitszeiger.

Häufigkeit: Zerstreut

Fundpunkte (Auswahl): 2008-2010: Besonnte Straßenböschung am Nettenscheid-Zubringer, großer Bestand.

Wald-Ziest (Stachys sylvatica)

Der Wald-Ziest fällt durch seine auffälligen Lippenblüten und seinen unangenehmen Geruch auf. Fundort: Wegsaum zwischen Lanferschlade und Fischersberg, 21.06.2013. Foto: Chr. Schwerdt.

Merkmale: Ausdauernde, krautige und bis zu 120 cm hoch werdende Pflanze. Lippenblüten dunkelpurpurn, in Scheinquirlen. Vierteilige Klausenfrucht. Blätter nesselartig, dicht abstehend behaart, kreuzweise gegenständig. Die ganze Pflanze riecht überaus unangenehm.

Vorkommen: Anspruchsvolle Rotbuchenwälder, Schluchtwälder, Wegsäume im Wald. Gerne auf mullreichen Böden. Basenhaltige, frische bis Feuchte Standorte. Oft in der Nähe von Quellen und in sickerfeuchten Bereichen.

Häufigkeit: Selten (?)

Fundpunkte: 2013: Waldgebiet zwischen Lanferschlade und Fischersberg, feuchter Wegsaum, 3 Expl.

 

Campanulaceae

Ährige Teufelskralle

Beim Blütenstand der Ährigen Teufelskralle handelt es sich botanisch gesehen um eine Ähre. Fundort: Steinwinkel, Forstwegböschung. Foto: Chr. Schwerdt, 28.05.2009.

Merkmale: 30-60 cm hohe, krautige Pflanze. Grundblätter breit herzförmig. Blüten in einer typischen, länglichen Ähre. Krone verwachsenblättrig, gelbweiß oder gelbgrün.

Vorkommen und Ökologie: Anspruchsvolle, krautreiche Laubwälder, Wiesen, Säume und Böschungen. Basen- und Stickstoffzeiger.

Häufigkeit: Zerstreut

Fundpunkte: 2009-2012: Steinwinkel, Forstwegböschung, alljährlich einige Exemplare; 2013: Altena, Böschung des Nettenscheid-Zubringers, großer Bestand; 2013: Nettenscheid, Siedlung, Gehölz aus niedrigen Kiefern, 3 Expl.

 

Scrophulariaceae

Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum)

Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) an einem frischen Wegsaum bei Altenaffeln. Foto: Chr. Schwerdt, 28.07.2012.

Merkmale: Mehrjährige, krautige Pflanze. Höhe bis 100, seltener 120 cm. Stengel scharfkantig, nach unten hin dunkelrot überlaufen. Kronblätter gelb, Krone von aussen wollig behaart. Staubfäden purpurviolett und wollhaarig.

Vorkommen: Ackerränder, Wegsäume, Forstwegböschungen.

Häufigkeit: Zerstreut

Fundpunkte (Beispiel): 17.07.11: Heimecke, Wegsaum, 14 blühende Exemplare. 28.07.2012: Altenaffeln, Saum eines Feldwegs, 3 Expl.

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) auf einem Holzlagerplatz bei Schalksmühle-Heedfeld. Der Rote Fingerhut gilt als Säurezeiger und wächst bevorzugt auf armen und ärmsten Standorten. Foto: Chr. Schwerdt.

Merkmale: Zweijährige, krautige Pflanze. Höhe im zweiten Jahr bis weit über 1 m. Laubblätter eiförmig, grundständig und beidseitig behaart. Krone verwachsenblättrig und zygomorph. Die Farbe der Krone ist purpurn.

Vorkommen: Kahlschläge, Windbruchflächen, Forstwegböschungen.

Häufigkeit: Häufig

 

Orobanchaceae

Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)

Wiesen-Wachtelweizen. Fundort: Nettenscheid, 31.07.11.

Merkmale: 10 - 40 cm hoch werdende, krautige Pflanze. Krone keulenförmig, gelblich bis gelblich-weiß und gerade. Die Kronröhre ist mindestens doppelt so lang wie der Kelch.

Vorkommen: Bodensaure Laubwaldgesellschaften, Fichtenforste.

Häufigkeit: Häufig

Fundpunkte (Auswahl): 31.07.11: Nettenscheid, Birken-Pionierwald, großer Bestand; 21.08.11: Steinwinkel, älterer Fichtenforst, kleiner Bestand.


Asteraceae

Kornblume (Centaurea cyanus)

Kornblumen (Centaurea cyanus) an einem Ackerrand südlich von Altenaffeln. Foto: Chr. Schwerdt, 15.06.2013.

Merkmale: Einjährige, krautige und bis etwa 80 cm hoch werdende Pflanze. Blätter linealisch-lanzettlich. Körbchen aus Röhrenblüten bestehend, Krone typisch kornblumenblau.

Vorkommen: Ackerränder

Häufigkeit: Selten

Fundpunkte: 2012-2013: Altenaffeln, Ackerrand, kleiner Bestand.

Berg-Flockenblume, Karpaten-Flockenblume (Centaurea montana)

Centaurea montana in einer Spalte zwischen Hausmauer und Straße am Steinwinkel bei Altena, hier mit Geranium robertianum. Foto: Chr. Schwerdt, 06.05.11.

Merkmale: Ausdauernde, bis zu 50cm hoch werdende krautige Pflanze. Blätter länglich-lanzettlich, unterseits spinnwebig flockig und oberseits besonders bei Jungpflanzen filzig. Blättter laufen am Stengel herab. Körbchen ausschließlich aus Röhrenblüten zusammengesetzt. Äussere Röhrenblüten blau, innere violett.

Vorkommen: Lichte, kalkhaltige Wälder, Extensiv genutztes Schnittgrünland, Waldränder, Säume, Wegränder, Mauerfugen. Zuweilen in Gärten kultiviert und von dort aus verwildernd. Basophyt, Montanzeiger.

Häufigkeit: Stellenweise häufig.

Fundpunkte (Auswahl): 06.05.11: Steinwinkel, Spalten zwischen Straße und Hausmauer, Mauerfugen, zahlreiche Exemplare; 18.05.11: Steinwinkel, Extensivgrünland nahe dem Grund des Siepen, fünf große Horste. Literatur: "(...) sonst an zahlreichen Stellen aus Gärten verschleppte oder verwilderte Zierpflanze." (MIEDERS 2006).

 

Poaceae

Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa ssp flexuosa, Syn: Avenella flexuosa)

Merkmale: Horstiges Gras mit fein eingerollten, sehr glatten Blättern. Ährchen in lockeren Rispen, Rispenästchen charakteristisch geschlängelt.

Vorkommen: Unterwuchs bodensaurer Waldgesellschaften, Kahlschläge.

Häufigkeit: Sehr häufig.

Flutender Schwaden, Flutschwaden (Glyceria fluitans)

Merkmale: Halme und Blätter +/- niederliegend, Blätter meist auf Wasseroberfläche treibend ("flutend"). Blätter randlich rau. Blüten in Rispen.

Vorkommen: Kleingewässer mit Zu- und Abfluß. Dort Charakterart einer typischen Pflanzengesellschaft, den Flutschwaden-Kleinröhrrichten.

Häufigkeit: Häufig.

 

Juncaceae

Weiße Hainsimse (Luzula luzuloides)

Merkmale: Aufrechte, ausdauernde und krautige Pflanze, welche stets in lockeren Horsten auftritt. Blätter bewimpert, schmaler als 1cm. Unterstes Hochblatt den Blütenstand meist deutlich überragend. Perigonblätter weißlich oder rötlich, nicht schneeweiß.

Vorkommen: Bodensaure Buchenwaldgesellschaften, jedoch nicht an den ärmsten Standorten, wo eher die Drahtschmiele vorherrscht. Weiterhin Forstwegsäume und Forstwegböschungen.

Häufigkeit: Häufig.

Große Hainsimse, Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica)

Merkmale: Meist in dichteren Horsten anzutreffen als Luzula luzuloides. Deutlich robuster als Weiße Hainsimse, Blätter bis über 1cm breit. Perigonblätter braun bis dunkelbraun.

Vorkommen: Hainsimsen-Rotbuchenwälder, Waldränder, Säume und Gebüsche. Deutliche Bevorzugung submontaner bis monaner Standorte (Montanzeiger).

Häufigkeit: Zerstreut.

Fundpunkte (Auswahl): 2006-2009: Hainsimsen-Rotbuchenwald schräg gegenüber BFT-Tankstelle Mühlenrahmede, großer Bestand; 2010-2011: Haunert bei Nettenscheid, Waldrand, kleinerer Bestand. Literatur: "Ziemlich verbreitet, bestandbildend besonders in den Höhenlagen" (MIEDERS 2006).

 

Orchidaceae

Breitblättrige Stendelwurz, Breitblättrige Sumpfwurz (Epipactis helleborine ssp. helleborine)

Merkmale: Aufrechte Pflanze, blütentragender Stengelabschnitt jedoch mehr oder weniger stark gebogen. Oberer Teil des Stengels behaart. Blätter stengelumfassend, eilanzettlich und streifennervig. Blüten farblich variabel, wie bei allen Orchideen aus jeweils drei Kelch- und Kronblättern bestehend.

Vorkommen: Anspruchsvolle Waldgesellschaften, Wald-und Waldwegränder, Gärten.

Häufigkeit: Zerstreut.

Fundpunkte (Auswahl): 2005-2009: Altena-Grünewiese, Steinbruch und Ränder seines Zuweges, alljährlich mehrere Exemplare; 2008-2010: Rundweg um die Fuelbecke-Talsperre, zahlreiche Individuen beiderseits des Weges; 2008-2010: Nettenscheid, Gartengelände, jeweils 2 Exemplare auf mulchbedeckten Beeten.

 

Asparagaceae

Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)

Merkmale: Ausdauernde, krautige und bis über 60 cm hoch werdende Pflanze. Stengel aufrecht, auffällig übergebogen. Blüten dreizählig, hängend, geruchlos.

Vorkommen: Anspruchsvolle Waldgesellschaften, Feldgehölze. Die Pflanze ist schattenertragend und basenliebend. Sie zeigt einen mäßigen Stickstoffgehalt an.

Häufigkeit: Zerstreut bis selten.

Fundpunkte: 2011: Affeln, Waldrand, kleiner Bestand; 2013: Werdohl, Dresel, Siepental, aus wenigen Stengeln bestehender, kleiner Bestand, möglicherweise ein einziges Exemplar; 2014: Nettenscheid, Rand eines Forstweges, 38 verschiedene Blütensprosse. Literatur: "Ziemlich häufig." (MIEDERS 2006).

Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum)

Quirlblättrige Weißwurz im Versetal bei Werdohl-Eveking. Die Art gilt als Montanzeiger, was bedeutet, dass sie auf Bedingungen eines Gebirgsstandortes hinweist. Dazu gehören relativ kühle Jahresdurchschnittstemperaturen, eine verkürzte Vegetationsperiode und eine vergleichsweise erhöhte Jahresniederschlagsmenge. 19.07.2013.

Merkmale: Ausdauernde, krautige und in Ausnahmefällen bis über 100 cm hoch werdende Pflanze. Blätter quirlständig, schmal.

Vorkommen: Bodensaure Wälder der Hochlagen. Die Art gilt als Montanzeiger.

Häufigkeit: Insgesamt selten, jedoch nach Süden hin zunehmend mit steigender Höhenlage.

Fundpunkte: 13.05.2013: Altena, Altroggenrahmede, Straßenböschung, 1 Expl; 19.07.2013: Werdohl, Eveking, Silikat-Schluchtwald am Nordhang des Versetals in der Nähe des Talgrunds, 3 Exemplare. Literatur: "Evingsen, im Grechen" (SCHLÜPMANN 2000 zitiert in MIEDERS 2006); "Nettetal, nördlich Aschenwurst" (MIEDERS 2006).

 

Amaryllidaceae

Gewöhnliches Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze, welche mit Hilfe ihrer Zwiebeln überwintert und im zeitigen Frühjahr rasch austreibt. Blätter linealisch, bläulich-grün, äussere Blütenhüllblätter weiß. Innere Blütenhüllblätter (Perigonblätter) weiß mit grüner Zeichnung. Äussere Perigonblätter doppelt so lang wie innere.

Vorkommen: Häufig in Gärten als Zierpflanze verwendet, von dort in anspruchsvolle Säume, Bach-und Flußauen verwildernd. In Deutschland lediglich im Lechgebiet indigen (Henning Haeupler, mdl.).

Häufigkeit: In Tallagen häufig, sonst zerstreut.

Fundpunkte (Beispiel): 2010-2011: Lenneauen bei Finkingsen, zahlreiche kleinere Bestände.

Märzenbecher, Märzbecher (Leuconum vernum)

Merkmale: Ausdauernde, krautige Pflanze, welche unterirdische Zwiebeln ausbildet (Zwiebel-Geophyt oder Zwiebel-Kryptophyt). Blüten nickend, dreizählig und weiß. An der Spitze jedes Perigonblattes mit typischem grünen Fleck. Fruchtknoten knotenförmig und unterständig.

Vorkommen: Auwälder, anspruchsvoll.

Häufigkeit: ?

Fundpunkte: 19.02.11: Lenneauen bei Finkingsen, kleiner Bestand.

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. Juni 2014 um 20:58 Uhr