Christopher Schwerdts Molch- und Salamanderseite!

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start

25 Fragen zur Speziellen Botanik, Pflanzenökologie und Pflanzenphysiologie mit Antworten

E-Mail Drucken PDF

1. Einleitung

Fragenkatalog zur Speziellen Botanik und Pflanzenphysiologie. Neben "Standardfragen" wurden auch selbstkonstruierte Fragen mit aufgenommen. Die Antworten finden sich unter 3.

 

2. Fragenkatalog

1. Nennen sie zwei xeromorphe Merkmale der Fichtennadel!


2. Kennzeichnen Sie die für die Wurzel richtigen Antworten!

a) Wichtige Funktionen der Wurzel sind Stoffaufnahme und Stoffspeicherung.

b) Photosystem I und II sind in Parenchymzellen des Feinwurzelsystems angesiedelt.

c) Tiefwurzler wie die Königskerze bilden eine Pflahlwurzel aus, die sie Richtung Grundwasser treiben.

d) Die Wurzelhaube (Kalyptra) besteht aus Parenychymzellen und dient zum Schutz des Wurzelmeristems beim Vordringen ins Erdreich.

e) Ältere Hauptwurzeln sind stark verkorkt, was die Wasseraufnahme enorm erleichtert.

 

3. Nennen Sie zwei Metamorphosen der Wurzel!

 

4. Wie entstehen die Wurzelknöllchen der Fabaceaen? Mit welchen symbiontischen Organismen in den Wurzelknöllchen können Fabaceaen Luftstickstoff fixieren?

 

5. Was versteht man unter einer tagneutralen Pflanze?

 

6. Warum wurden Feigen in der Antike von Bauern mit Einschnitten versehen?

 

7. Nennen sie jeweils zwei für Pflanzen notwendige Makro- und Mikronährelemente!

 

8. Skizzieren und beschriften Sie eine Angiospermenblüte!

 

9. Was versteht man unter einer coenokarpen Frucht?

 

10. Nennen sie jeweils zwei charakteristische Merkmale der Skoto- und der Photomorphogenese!

 

11. Welche der folgenden Aussagen treffen auf Amanita muscaria zu? Bitte ankreuzen!

a) Amanita muscaria zählt zu den Röhrenpilzen

b) Amanita muscaria zählt zu den Blätterpilzen

c) Ibotensäure ist der halluzinogene Hauptwirkstoff des Fliegenpilzes

d) Ibotensäure wird bei Trocknung des Pilzes in Muscimol umgewandelt

 

12. Skizzieren Sie das Blütendiagramm der Primulaceae und geben Sie die dazugehörige Blütenformel an!

 

13. Was ist ein Perigon? Bei welchen Pflanzensippen kommt es vor? Nennen Sie ein Beispiel!

 

14. Definieren Sie den Begriff "Frucht"!

 

15. Wie nennen Botaniker den unten abgebildeten Blütenstand? In welchen heimischen Pflanzenfamilien ist er zu finden? Nennen Sie zwei Beispiele!

 

16. Nennen Sie zwei Nutzpflanzen aus der Familie der Arecaceaen!

 

17. Welche der folgenden zum Waldmeister (Galium odoratum) gemachten Aussagen sind zutreffend? Bitte ankreuzen!

a) Basophyt (basenliebend)

b) Nitrophyt (stickstoffliebend)

c) Acidophyt (Säurezeiger)

d) Waldmeister enthält Cumarin, welches in der Pflanze aus Zimtsäure synthetisiert wird und in der frischen Pflanze  als Cumaringlykosid vorliegt

e) Waldmeister enthält Cumarin, welches in der Pflanze aus Salicylsäure synthetisiert wird und in der frischen Pflanze als Cumarinacetylaldehyd vorliegt

f) Cumarin verleiht der Waldmeisterbowle ihr typisches Aroma

 

18. Definieren Sie die Begriffe Zwiebel, Rübe und Rhizom!

 

19. Wie schafft es die Zirbelkiefer (Pinus cembra) trotz ihrer wenig flugfähigen Samen regelmäßig, sich entgegen der Schwerkraft über die Waldgrenze hinaus zu verbreiten?

 

21. Was ist ein Starkzehrer?

 

22. Wozu benötigen Pflanzen Molybdän (MoO42-)?

 

23. Woran läßt sich Eisenmangel bei Pflanzen erkennen?

 

24. Warum findet man carnivore Pflanzen vor allem in Mooren?

 

25. Welche Wirkungen können Gibberelline bei Pflanzen hervorrufen?


3. Fragenkatalog mit Antworten

1. Nennen sie zwei xeromorphe Merkmale der Fichtennadel!

Mögliche Antworten:

  • Eingesenkte Spaltöffnungen
  • Oberflächenverkleinerung (Reduktion der Blattspreite)
  • Dicke, wachsartige Cutikula

 

2. Kennzeichnen Sie die für die Wurzel richtigen Antworten!

a) Wichtige Funktionen der Wurzel sind Stoffaufnahme und Stoffspeicherung.

b) Photosystem I und II sind in Parenchymzellen des Feinwurzelsystems angesiedelt.

c) Tiefwurzler wie die Königskerze bilden eine Pflahlwurzel aus, die sie Richtung Grundwasser treiben.

d) Die Wurzelhaube (Kalyptra) besteht aus Parenychymzellen und dient zum Schutz des Wurzelmeristems beim Vordringen ins Erdreich.

e) Ältere Hauptwurzeln sind stark verkorkt, was die Wasseraufnahme enorm erleichtert.

Richtige Antworten: a), c), d)

 

3. Nennen Sie zwei Metamorphosen der Wurzel!

Speicherwurzeln (bestehend aus Wurzel + Hypocotyl), Kletterwurzeln (z.B. beim Efeu).

 

4. Wie entstehen die Wurzelknöllchen der Fabaceaen? Mit welchen symbiontischen Organismen in den Wurzelknöllchen können Fabaceaen Luftstickstoff fixieren?

Stickstoffixierer in  den Wurzelknöllchen der Fabaceae sind gram-negative Bakterien der Gattung Rhizobium. Diese werden durch die Aussendung von NOD-Faktoren angelockt, setzen sich an Wurzelhaaren fest und senden danach ihrerseits Signalstoffe aus, welche die Wurzelrinde zu Zellteilungen stimulieren. Diese Zellteilungen führen zur Bildung eines primären Meristems. Die Bakterien wandern anschließend durch das Wurzelhaar in dieses primäre Meristem. Es verwächst  in der Folge mit einem sekundären Meristem, welches zuvor im Perizykel gebildet wurde. Die beiden verwachsenen Meristeme bilden schließlich das Wurzelknöllchen.

 

5. Was versteht man unter einer tagneutralen Pflanze?

Pflanzen, deren Blühvorgang nicht photoperiodisch (d.h. durch die Tageslänge) reguliert wird.

 

6. Warum wurden Feigen in der Antike von Bauern mit Einschnitten versehen?

Um ihre Reifung zu beschleunigen. Verletztungen führen bei einer Frucht zu einer vermehrten Produktion und Ausscheidung des Reifehormons Ethylen.

 

7. Nennen sie jeweils zwei für Pflanzen notwendige Makro- und Mikronährelemente!

Makronährelemente: z.B. Stickstoff (NO3-, NH4+), Kalium (K+) oder Phosphor (H2PO4-)

Mikronährelemente: z.B. Eisen (Fe2+, Fe3+), Mangan (Mn2+) oder Chlor (Cl-)

 

8. Skizzieren und beschriften Sie eine Angiospermenblüte!

9. Was versteht man unter einer coenokarpen Frucht?

Eine coenocarpe Frucht besteht aus mehreren, miteinander verwachsenen Karpellen.

 

10. Nennen sie jeweils zwei charakteristische Merkmale der Skoto- und der Photomorphogenese!

Mögliche Antworten:

Skotomorphogenese:

  • Blattspreiten klein
  • keine Chlorophyllbildung
  • Internodien lang

Photomorphogenese:

  • Blattspreiten groß
  • Chlorophyllbildung
  • Internodien kurz

 

11. Welche der folgenden Aussagen treffen auf Amanita muscaria zu? Bitte ankreuzen!

a) Amanita muscaria zählt zu den Röhrenpilzen

b) Amanita muscaria zählt zu den Blätterpilzen

c) Ibotensäure ist der halluzigene Hauptwirkstoff des Fliegenpilzes

d) Ibotensäure wird bei Trocknung des Pilzes in Muscimol umgewandelt

Richtige Antworten: b), c), d)

 

12. Skizzieren Sie das Blütendiagramm der Primulaceae und geben Sie die dazugehörige Blütenformel an!

Blütenformel: *K(5) [C(5) A5] G(5)

 

13. Was ist ein Perigon? Bei welchen Pflanzensippen kommt es vor? Nennen Sie ein Beispiel!

Ein Perigon nennt man eine Blüttenhülle, welche nicht in Kelch und Krone gegliedert ist. Beispiel für eine Blüte mit Perigon: Sumpfdotterblume (Caltha palustris)

 

14. Definieren Sie den Begriff "Frucht"!

Die Frucht ist die Blüte im Zustand der Samenreife.

 

15. a) Wie nennen Botaniker den unten abgebildeten Blütenstand?

b) In welchen heimischen Pflanzenfamilien ist er zu finden? Nennen Sie zwei Beispiele!

a) Köpfchen

b) Asteraceae, Dipsacaceae

 

16. Nennen Sie zwei Nutzpflanzen aus der Familie der Arecaceaen!

Dattelpalme (Phoenix dactylifera), Kokospalme (Cocos nucifera).

 

17. Welche der folgenden zum Waldmeister (Galium odoratum) gemachten Aussagen sind zutreffend? Bitte ankreuzen!

a) Basophyt (basenliebend)

b) Nitrophyt (stickstoffliebend)

c) Acidophyt (Säurezeiger)

d) Waldmeister enthält Cumarin, welches in der Pflanze aus Zimtsäure synthetisiert wird und in der frischen Pflanze  als Cumaringlykosid vorliegt

e) Waldmeister enthält Cumarin, welches in der Pflanze aus Salicylsäure synthetisiert wird und in der frischen Pflanze als Cumarinacetylaldehyd vorliegt

f) Cumarin verleiht der Waldmeisterbowle ihr typisches Aroma

Richtige Antworten: a), b), c), f)

 

18. Definieren Sie die Begriffe Zwiebel, Rübe und Rhizom!

Zwiebel: Mehr oder weniger unterirdisch verlaufender Spross, mit einer Überdauerungsknospe, welche von fleischig verdickten Speicherblättern umgeben ist.

Rübe: Gemeinsamer verdickter Abschnitt von Hauptwurzel und Hypocotyl, welcher zur Stoffspeicherung dient und gelegentlich, z.B. bei Möhren, über die Erdoberfläche reichen kann.

Rhizom: Unterirdisch verlaufendes Sprossachsensystem mit Speicher- und Überdauerungsfunktionen.

 

19. Wie schafft es die Zirbelkiefer (Pinus cembra) trotz ihrer wenig flugfähigen Samen regelmäßig, sich entgegen der Schwerkraft über die Waldgrenze hinaus zu verbreiten?

Die Zirbelkiefer steht in einer engen ökologischen Beziehung zum Tannenhäher (Nucifraga caryocactactes), einer samenfressenden Vogelart. Der Tannenhäher lebt sowohl im geschlossenen Zirbenwald, als auch entlang der Wald und Baumgrenze. Regelmäßig legt dort er im Herbst Vorratsdepots aus Zirbelkiefern an, von denen er später nur noch einen Teil wiederfindet. Dies führt im Frühjahr an Stellen mit günstigem Mikroklima zum Aufkommen junger Zirben.

 

20. Welcher Oomycet verursachte in den 1840er Jahren besonders in Irland enorme Ernteausfälle bei Kartoffeln? Wie nennt man das Krankheitsbild, das er auslöst?

Phytophthora infestans ist in der Lage, bei Kartoffeln Kraut- oder Knollenfäule auszulösen.

 

21. Was ist ein Starkzehrer?

Als Starkzehrer werden im Gartenbau Nutzpflanzen bezeichnet, welche dem Boden verhältnismäßig große Mengen an Nährstoffen entziehen und regelmäßige Düngergaben benötigen (Beispiele: Kartoffel, Tomate, Paprika, Mais).

 

22. Wozu benötigen Pflanzen Molybdän (MoO42-)?

MoO42- ist Bestandteil der pflanzlichen Nitratreduktase, einem Enzym, dass die Reduktion von Nitrat NO3- zu Nitrit NO2- katalysiert.

 

23. Woran läßt sich Eisenmangel bei Pflanzen erkennen?

Eisenmangel, bzw. Mangel an Fe2+ und Fe3+ führt bei Pflanzen zur sogenannten Eisenchlorose. Junge Blätter ergrünen nicht oder nur unvollständig. Stattdessen bleiben sie ganz oder überwiegend weiß oder gelblich.

 

24. Warum findet man carnivore Pflanzen vor allem in Mooren?

Intakte Moorstandorte sind gewöhnlich arm an für Pflanzen verfügbaren Stickstoff. Carnivoren bessern ihren Stickstoffgewinn dadurch auf, in dem sie (proteinreiche) Tiere einfangen und verdauen.

 

25. Welche Wirkungen können Gibberelline bei Pflanzen hervorrufen?

Förderung des Längenwachstums, Förderung des "Schossens" bei zweijährigen Pflanzen, Förderung der Fruchtbildung aus unbefruchteten Blüten.

 

4. Literatur

KUTSCHERA, Ulrich: Prinzipien der Pflanzenphysiologie, Heidelberg (u.a.), 2002.

STÜTZEL, Thomas: Botanische Bestimmungsübungen, Stuttgart 2002.

Nach Oben

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. August 2012 um 23:42 Uhr