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35 Gemischte Fragen zur Speziellen Zoologie und Tierökologie mit Antworten

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1. Einleitung

Fragenkatalog überwiegend selbstkonstruierter "Klausurfragen" zu den Fachgebieten der Speziellen Zoologie und Tierökologie. Einige der Fragen habe ich mir für die Klausur des G-Blockes "Stämme des Tierreiches: Invertebraten" überlegt. Die Fragen wurden unter 2. den Fragen mit Antworten gesondert vorangestellt, damit man beim Lesen der Frage nicht sofort die Antwort im Augenwinkel erkennen kann. Die Literatur, welche ich für die Recherche der Antworten verwendet habe, ist unter 4. angeführt.

 

2. Fragenkatalog

1. Woran erkennen Sie a) Scarabaeiden und b) Lucanidaen im Gelände?

 

2. Was ist ein Monophylum?


3. Welche Besonderheit zeigen die Symphylen hinsichtlich ihres Atmungssystems?

 

4. a) Was versteht man unter einem invasiven Neozoon?

b) Nennen Sie ein Beispiel für ein invasives Neozoon in mitteleuropäischen Flußsystemen!

 

5. Nennen Sie zwei neotene Merkmale von Necturus maculosus!

 

6. a) Nennen Sie drei Organismengruppen, welche zur Riffbildung beitragen können oder in der Erdgeschichte zur Riffbildung beigetragen haben!

b) Welche Umweltfaktoren werden heute allgemein für das sogenannte Coral-Bleaching verantwortlich gemacht?

 

7. Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Incertae sedis"?

 

8. a) Ordnen Sie das unten abgebildete Tier in die Vertebrata ein!

b) Beschriften Sie die Abbildung!

 

9. Nennen Sie die Atmungsorgane der folgenden Taxa!

a) Käfer

b) Libellenlarve

c) Molchlarve

d) Regenwurm

 

10. Was postuliert die Endosymbiontentheorie?

 

11. Welche der folgenden Merkmale sind nicht Bestandteil des Bauplans von Mollusken?

a) Mantel

b) Fuß

c) Schädel

d) Eingeweidesack

e) gelenkiges Skelett

 

12. In welchen Flußabschnitten findet man a) vorwiegend Zerkleinerer und b) vorwiegend Filtrierer/Sammler? Begründen Sie Ihre Antwort! Für welches Beurteilungskonzept zur Gewässergüte sind diese Ernährungstypen (Gilden) von Bedeutung?

c) Nennen Sie jeweils zwei typische Zerkleinerer und zwei typische Filtrierer, welche man in mitteleuropäischen Fließgewässern antreffen kann!

 

13. Welches sind die ursprünglichsten heute noch lebenden Schnecken? In welchen Biotopen kann man sie antreffen?

 

14. Was sind postorbitale Fortsätze?

 

15. Welches Taxon steht an der Basis aller Amnioten? Welches primitive Merkmal wiesen seine Vertreter hinsichtlich ihres Schädelbaus auf?

 

16. Ordnen Sie das unten abgebildete Tier systematisch in die Insecta ein! Begründen Sie Ihre Entscheidung!

 

17. Kennzeichnen Sie die im Folgenden getroffenen richtigen Aussagen zu Amphibien!

a) Bei den Anura findet eine innere Befruchtung statt.

b) Die Lissamphibia leiten sich wahrscheinlich als Monophylum von Temnospondyli ab.

c) Die Urodelomorpha leiten sich vermutlich von neotenen Rhyncocephaliern ab.

d) Bei den Cryptobranchoidea findet eine äussere Befruchtung statt.

e) Das Fehlen von Lungen bei den Plethodontiden wird als Begründung dafür herangezogen, sie den fossilen Anguimorpha als Schwesterntaxon zur Seite zur stellen.

f) Cryptobranchus alleganiensis legt typisch amniotische Eier.

 

18. Nennen Sie zwei Strukturen, welche es Knochenfischen ermöglichen können, in sauerstoffarmen Gewässern zu überleben!

 

19. Welche Besonderheiten zeichnen das Gebiß heutiger Elefanten aus?

 

20. Unter den Gadiformes (Dorschfischen) finden sich zahlreiche wirtschaftlich bedeutsame Nutzfische. Nennen Sie drei!

 

21. Die Schädel der rezenten Tetrapoden unterscheiden sich deutlich in Vorkommen und Anzahl von Schläfenfenstern. Nennen Sie die drei wichtigsten Schädeltypen und jeweils eine Vertebratengruppe, bei denen sie anzutreffen sind!

 

22. Was ist ein Fettkörper und bei welchen Organismengruppen ist er zu finden?

 

23. Ordnen Sie das unten abgebildete Taxon einer Coleopteren-Familie zu! Begründen Sie Ihre Entscheidung!


 

24. Einige Crustaceengruppen besitzten ein Marsupium. Wozu dient es?


25. Welche der folgenden Crustaceentaxa besitzen ein Masupium?

a) Gammarus pulex

b) Neocharidina heteropoda

c) Ligia oceanica

d) Cancer pagurus

 

26. Wie lassen sich Wanzen und Zikaden unterscheiden? Nennen Sie zwei morphologische Merkmale!

 

27. Wie lautet die ursprüngliche Zahnformel der Eutheria? Bei welchen heimischen Säugerarten ist sie heute noch zu finden?

 

28. Wofür verwenden marine Fische UV-Licht?

 

29. Über welches Säugertaxon schrieb Alfred Brehm 1891: "Linné stellt sie zu den Halbaffen, Cuvier zu den Fledermäusen, Geoffroy zu den Raubthieren, Oken zu den Beutelthieren und Peters endlich, wohl mit Recht, zu den Kerbthierfressern, deren Reihe sie eröffnen. Entsprechend der Unsicherheit der Forscher heißt die bekannteste Art unter anderen noch geflügelter Affe, Flattermaki, fliegende Katze, wundersame Fledermaus usw.“ ?

 

30. Die Rauhfüßhühner (Tetraoninae) stellten noch zu Beginn des 20sten Jahrhunderts einen wichtigen Bestandteil der mitteleuropäischen Avifauna. Heute sind sie dort ausserhalb der Alpen vom Aussterben bedroht. Welche Faktoren sind maßgeblich für ihren Rückgang  verantwortlich?

 

31. Was ist eine Typhlosolis?

 

32. Wie begründet man die Zusammenfassung von Arthropoda und Annelida zum Taxon der Articulata (Sog. Articulaten-Hypothese)?

 

33. Erläutern Sie die folgenden evolutionsbiologischen Fachbegriffe!

a) Taxon

b) Apomorphie

c) Plesiomorphie

d) Autapomorphie

 

34. Was verstehen Sie unter einem Basalkörper?

 

35. Welche Besonderheit weisen die Euarthropoda hinsichtlich ihrer Körperdecke auf?

 

3. Fragenkatalog mit Antworten

1. Woran erkennen Sie a) Scarabaeiden und b) Lucanidaen im Gelände?

Scarabaeidae: Letzte drei bis sieben Glieder der Fühler blattartig verbreitert (Blätterkeule).

Lucanidae: Letzte drei bis sechs Glieder der Fühler blattartig verbreitert, erstes Fühlerglied

auffällig verlängert. Glieder der Blätterkeule starr und nicht gegeneinander beweglich.

Beide Familien oft mit deutlichem Sexualdimorphismus.

 

2. Was ist ein Monophylum?

Unter einem Monophylum versteht man eine Gruppe von Arten, die von einem gemeinsamen Vorfahren abstammt und alle seine Abkömmlinge enthält.

 

3. Welche Besonderheit zeigen die Symphylen hinsichtlich ihres Atmungssystems?

Die Zwergfüßer (Symphyla) besitzen nur zwei Tracheenöffnungen im Kopfbereich nahe der Mandibelbasis, was innerhalb der Tracheata einzigartig ist.

 

4. a) Was versteht man unter einem invasiven Neozoon?

Unter einem invasiven Neozoon versteht man eine allochthone Art, welche sich stark vermehrt und in der Folge nachweisliche Schäden anrichtet.

b) Nennen Sie ein Beispiel für ein invasives Neozoon in mitteleuropäischen Flußsystemen!

Mögliche Beispiele u.a.:

  • Eriocheir sinensis
  • Gammarus tigrinus
  • Dikerogammarus villosus

 

5. Nennen Sie zwei neotene Merkmale von Necturus maculosus!

Mögliche Antworten z.B.:

  • Besitz äusserer Kiemen
  • Besitz von Kiemenspalten
  • lidlose Augen

 

6. a) Nennen Sie drei Organismengruppen, welche zur Riffbildung beitragen können oder in der Erdgeschichte zur Riffbildung beigetragen haben!

Scleratinia (Steinkorallen), Feuerkorallen (Hydrozoa), Rudisten (fossile Bivalvier), Seelilien (Trochiten, fossil)

b) Welche Umweltfaktoren werden heute allgemein für das sogenannte Coral-Bleaching verantwortlich gemacht?

Für das großflächige Ausbleichen und somit Absterben von Steinkorallen werden heute vor allem die allgemeine Klimaerwärmung der letzten Jahrzehnte, ein Absinken des pH-Wertes des Meerwassers und der durch intensive Landwirtschaft bedingte Eintrag von Schwebstoffen ins Meer verantwortlich gemacht, welcher den lichtbedürftigen symbionthischen Zooxanthellen in den Korallen Schwierigkeiten bereitet.

 

7. Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Incertae sedis"?

Der Begriff "Incertae sedis" bezeichnet die unsichere systematische Stellung eines Taxons. "Incertae sedis" ist zum Beispiel die Stellung der Pfeilwürmer (Chaetognatha), da man sich nicht einigen kann, ob sie den Proto-oder Deuterostomiern zuzuordnen sind.

 

8. a) Ordnen Sie das unten abgebildete Tier in die Vertebrata ein!

  1. "Pisces", Gnathostomata
  2. Osteichthyes
  3. Salmonidae

b) Beschriften Sie die Abbildung!


 

9. Nennen Sie die Atmungsorgane der folgenden Taxa!

a) Käfer -Tracheen

b) Libellenlarve -Epiproct und Paraprocte fungieren als Tracheenkiemen, bei Anisopteren sind sie in den Darm zurückgezogen.

c) Molchlarve -Aussenkiemen, Haut

d) Regenwurm -Haut

 

10. Was postuliert die Endosymbiontentheorie?

Mitochondrien stammen von aeroben alpha-Proteobakterien, Chloroplasten von Cyanobakterien ab. Sie wurden von einer eukaryotischen Urzelle durch Endozytose aufgenommen.

 

11. Welche der folgenden Merkmale sind nicht Bestandteil des Bauplans von Mollusken?

a) Mantel

b) Fuß

c) Schädel

d) Eingeweidesack

e) gelenkiges Skelett

Richtige Antworten: c) und e)

 

12. In welchen Flußabschnitten findet man a) vorwiegend Zerkleinerer und b) vorwiegend Filtrierer/Sammler? Begründen Sie Ihre Antwort! Für welches Beurteilungskonzept zur Gewässergüte sind diese Ernährungstypen (Gilden) von Bedeutung?

Zerkleinerer sind für den den Oberlauf, vorwiegend für die Quell-und Forellenregion eines Fließgewässers typisch, da hier aufgrund der niedrigen Temperaturen viel grobes organisches Material wie z.B. Blätter anfällt. Filtrierer benötigen Plankton oder organische Partikel, für deren Entstehung höhere Temperaturen und eine verhältnismäßig geringere Fließgeschwindigkeit günstig sind. Sie findet man daher eher im Unterlauf eines Flusses.

Das River-Continuum-Konzept beurteilt die Gewässergüte nach der Zusammensetzung von Gilden, bzw. Ernährungstypen.

c) Nennen Sie jeweils zwei typische Zerkleinerer und zwei typische Filtrierer, welche man in mitteleuropäischen Fließgewässern antreffen kann!

Zerkleinerer:

Asellus aquaticus

Gammarus pulex

Filtrierer:

Sphaerium corneum

Musculinum lacustre

 

13. Welches sind die ursprünglichsten heute noch lebenden Schnecken? In welchen Biotopen kann man sie typischerweise antreffen?

Die Patellomorpha. Sie haben symmetrische Napfschalen und leben an felsigen Meeresküsten.

 

14. Was sind Postorbitalfortsätze?

Fortsätze am Stirnbein mehrerer Säugergruppen, deren Form zum Beispiel bei Hundeartigen für die Artbestimmung bedeutsam ist.

 

15. Welches Taxon steht an der Basis aller Amnioten? Welches primitive Merkmal wiesen seine Vertreter hinsichtlich ihres Schädelbaus auf?

Die Anapsida besaßen anapside Schädel (Schädel mit geschlossenem Schädeldach - heute noch bei Schildkröten zu finden).

 

16. Ordnen Sie das unten abgebildete Tier systematisch bis auf Ordnungsebene in die Insecta ein! Begründen Sie Ihre Entscheidung!

Pterygota, Neoptera, Coleoptera

Pterygota:

  • Besitz von Flügeln

Neoptera:

  • Flügel können flach über den Hinterleib geklappt werden

Coleoptera:

  • Besitz von Elytren und Scutum

 

17. Kennzeichnen Sie die im Folgenden getroffenen richtigen Aussagen zu Amphibien!

a) Bei den Anura findet eine innere Befruchtung statt.

b) Die Lissamphibia leiten sich wahrscheinlich als Monophylum von Temnospondyli ab.

c) Die Urodelomorpha leiten sich vermutlich von neotenen Rhyncocephaliern ab.

d) Bei den Cryptobranchoidea findet eine äussere Befruchtung statt.

e) Zahlreiche Salamandriden besitzen limnische Larvenformen mit Aussenkiemen.

f) Cryptobranchus alleganiensis legt typisch amniotische Eier.

Richtige Antworten: b), d), e)

 

18. Nennen Sie zwei Strukturen, welche es Knochenfischen ermöglichen können, in sauerstoffarmen Gewässern zu überleben!

Mögliche Antworten z.B.:

  • Lungen-Schwimmblasenorgan (z.B. bei Lungenfischen)
  • Labyrinthorgan (accessorisches Atmungsorgan unter den Kiemendeckeln von Labyrinthfischen)
  • Atmung über das Darmepithel (bei verschiedenen Welsen)

 

19. Welche Besonderheiten zeichnen das Gebiß heutiger Elefanten aus?

Die heutigen Elefanten (Elephantidae) zeigen eine vollständige Reduktion der unteren Incisivi (Schneidezähnen). Zwei der oberen Incisivi sind zu charakteristischen Stoßzähnen verlängert, die anderen fehlen. Backenzähne (Molaren) sämtlich flachkronig. Jeder Kieferast mit drei Milch- sowie drei Dauermolaren, welche bei Abnutzung ausfallen und durch die jeweils weiter hinten liegenden ersetzt werden. Bei den Dauermolaren höchstens zwei Exemplare pro Ast gleichzeitig in Gebrauch, die meiste Zeit nur einer. Sie tragen typischer Schmelzlamellen mit mehrfacher Abfolge von Schmelz und Dentin, die sich nur schwer abnutzen.

 

20. Unter den Gadiformes (Dorschfischen) finden sich zahlreiche wirtschaftlich bedeutsame Nutzfische. Nennen Sie drei!

Gadus morhua (Kabeljau), Melanogrammus aeglefinus (Schellfisch), Pollachius virens (Köhler, Seelachs). Mehrere weitere Antworten möglich.

 

21. Die Schädel der rezenten Tetrapoden unterscheiden sich deutlich in Vorkommen und Anzahl von Schläfenfenstern. Nennen Sie die drei wichtigsten Schädeltypen und jeweils eine Vertebratengruppe, bei denen sie anzutreffen sind!

Anapsider Schädel - Schildkröten

Diapsider Schädel - Schuppenkriechtiere (Squamata)

Synapsider Schädel - Säugetiere

 

22. Was ist ein Fettkörper und bei welchen Organismengruppen ist er zu finden?

Der Fettkörper übernimmt bei Insekten Speicher- und Exkretionsfunktionen. In ihme werden sowohl Glykogen, Fette und Proteine als auch Stoffwechselbabbauprodukte angereichert. Bei der Pärparation einer Schabe ist er in der Regel in Form großer, weißlicher Lappen gut zu erkennen.

 

23. Ordnen Sie das unten abgebildete Taxon einer Coleopteren-Familie zu! Begründen Sie Ihre Entscheidung!


Der oben abgebildete Vertreter zählt zu den Schwimmkäfern (Dytiscidae). Auf dem Foto erkennbare Familienmerkmale sind das zu dicht beborsteten Schwimmbeinen umgewandelte Hinterbeinpaar sowie die abgeflachte, elliptische Körperform. Die Fühler sind im Gegensatz zu den ebenfalls wasserbewohnenden Hydrophilidae fadenförmig (bei den H. wären sie am Ende kolbenförmig verdickt).

 

24. Einige Crustaceengruppen besitzten ein Marsupium. Wozu dient es?

Das Marsupium ist der Brutraum einiger weit abgeleiteter Gruppen der Malacostraca. Die Weibchen können je nach Taxon sowohl Eier als auch verschiedene Larvenstadien im Marsupium beherbergen.


25. Welche der folgenden Crustaceentaxa besitzen ein Masupium?

a) Gammarus pulex

b) Neocharidina heteropoda

c) Ligia oceanica

d) Cancer pagurus

Richtige Antworten: a), c)

 

26. Wie lassen sich Wanzen und Zikaden unterscheiden? Nennen Sie zwei morphologische Merkmale!

Wanzen:

  • Rüssel setzt an Kopfspitze an
  • Flügel in Ruhe nicht dachförmig gefaltet, Körperquerschnitt abgeflacht
  • Besitz von Hemielytren, welche in ihrem vorderen Bereich rel. stark sklerotisiert sind

Zikaden:

  • Rüssel setzt an der Unterkante des Kopfes bzw. am Brustbeginn an (Clypeus verlängert)
  • Flügel in Ruhe dachförmig auf dem Rücken zusammengefaltet, Körperquerschnitt rund
  • Fühler sehr fein und fadenförmig
  • Keine Hemielytren, Vorderflügel auf ganzer Länge gleich stark sklerotisiert

 

27. Wie lautet die ursprüngliche Zahnformel der Eutheria? Bei welchen heimischen Säugerarten ist sie heute noch zu finden?


=in jedem Kieferast 3 Schneidezähne (Incisivi), 1 Eckzahn (Caninus), 4 Vorbackenzähne (Prämolaren), 3 Backenzähne (Molaren).

Diese ursprüngliche Zahnformel ist in der mitteleuropäischen Fauna heute noch beim Maulwurf und beim Wildschwein anzutreffen.

 

28. Wofür verwenden marine Fische UV-Licht?

Intraspezifische Kommunikation. Nahe verwandte Arten werden anhand von Strukturen im Kopfbereich und/oder an den Flanken erkannt, welche im UV-Licht sichtbar werden.

 

29. Über welches Säugertaxon schrieb Alfred Brehm 1891: "Linné stellt sie zu den Halbaffen, Cuvier zu den Fledermäusen, Geoffroy zu den Raubthieren, Oken zu den Beutelthieren und Peters endlich, wohl mit Recht, zu den Kerbthierfressern, deren Reihe sie eröffnen. Entsprechend der Unsicherheit der Forscher heißt die bekannteste Art unter anderen noch geflügelter Affe, Flattermaki, fliegende Katze, wundersame Fledermaus usw.“ ?

Riesengleiter (Dermoptera)

 

30. Die Rauhfüßhühner (Tetraoninae) stellten noch zu Beginn des 20sten Jahrhunderts einen wichtigen Bestandteil der mitteleuropäischen Avifauna. Heute sind sie dort ausserhalb der Alpen vom Aussterben bedroht. Welche Faktoren sind maßgeblich für ihren Rückgang  verantwortlich?

Aufgabe historischer Waldwirtschaftsformen wie Nieder-und Mittelwaldnutzung, Umwandlung beerkrautreicher Mischwaldgesellschaften in monotone Nadelholzplantagen ohne Krautschicht sowie Aufforstung von Wachholderheiden.

 

31. Was ist eine Typhlosolis?

Einsstülpung im Mitteldarm von Regenwürmern (Lumbricidae), welche dazu dient die Resorption (Stoffaufnahme) durch Vergrößerung der Darmoberfläche zu verbessern.

 

32. Wie begründet man die Zusammenfassung von Arthropoda und Annelida zum Taxon der Articulata (Sog. Articulaten-Hypothese)?

Die Articulata enthalten Gliederfüßer (Arthropoda) und Ringelwürmer(Articulata) als Schwesterntaxa. Ihre Monophylie wird durch mehrere Synapomorphien begründet:

  • Besitz eines Strickleiternervensystems mit Cerebralganglion
  • Gliederung des Körpers in Vorderende (Acron), Hinterende (Pygidium) und eine größere Anzahl ursprünglich homonomer Segmente
  • Besitz einer Cutikula mit chitinhaltigen Borsten

 

33. Erläutern Sie die folgenden evolutionsbiologischen Fachbegriffe!

a) Taxon

Als systematische Einheit aufgefasste Gruppe von Lebewesen.

b) Apomorphie

Merkmal, welches ein Taxon im Vergleich zu seinen Vorfahren neu erworben hat (sog. "abgeleitetes Merkmal").

c) Plesiomorphie

Ursprüngliches Merkmal, dass sich für ein Taxon im Vergleich zu seinem Vorfahren nicht verändert hat bzw. seinen Charakter beibehalten hat.

d) Autapomorphie

Apomorphie, die nur im Grundmuster eines monophyletischen Taxons vorkommt. Abgeleitete Besonderheit in der Merkmalsausstattung eines Taxons.

 

34. Was verstehen Sie unter einem Basalkörper?

Der Basalkörper dient bei Protozoa als Austrittspunkt für eine Geißel. Diese Geißel kann für Bewegungsvorgänge genutzt werden.

 

35. Welche Besonderheit weisen die Euarthropoda hinsichtlich ihrer Körperdecke auf?

Alle Euarthropoden tragen einen Chitinpanzer, welcher als Cuticula von der Epidermis gebildet wird. Er enthält neben Chitin auch netzartig eingebaute Proteine und in vielen Fällen außerdem Kalk.

 

4. Literatur

SCHWAB, Helmut: Süßwassertiere. Ein ökologisches Bestimmungsbuch, Stuttgart(u.a.), 1995.

STORCH, Volker & WELSCH, Ulrich: Systematische Zoologie, Heidelberg (u.a.), 2004.

 

5. Weiterführender Link

 

6. Hinweis

Auch wenn bei der Recherche der Antworten größte Sorgfalt verwandt wurde, kann für ihre Richtigkeit dennoch nicht garantiert werden.

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 01. September 2012 um 14:48 Uhr