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Höhenstufen der Vegetation in den Nördlichen Kalkalpen

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1. Einleitung

Die Vegetation in den Kalkketten der Ostalpen unterliegt einer reliefbedingten Höhenzonierung, welche je nach Standort mehr oder weniger deutlich verlaufen kann. Eine wichtige Rolle für den Verlauf der einzelnen Höhenstufen spielt die Festigkeit des Untergrundes. In Rinnen, wo öfter Lawinen abgehen, bleiben Pioniergesellschaften beispielsweise oftmals über längere Zeit erhalten, obwohl prinzipiell Wald aufkommen könnte.  Auch die Zusammensetzung der hochmontanen und tiefsubalpinen Waldgesellschaften kann von Standort zu Standort voneinander abweichen.  Hochmontaner Buchenwald kann demnach z.B. mehr oder weniger tannenreich sein, unter Umständen (hoher Wildverbiß) kann die Tanne hingegen auch vollständig fehlen. Die schematische Zeichnung (Abb. 1) wurde als Beispiel für eine mögliche Höhenzonierung sehr frei nach einer Vorlage bei REISIGL & KELLER (1989) und eigenen Fotos aus dem Untersuchungsraum angefertigt.

Abb. 1: Höhenstufen der Vegetation in den Nördlichen Kalkalpen. Zur weiteren Erläuterung siehe Abschnitt 2. Zeichnung: Chr. Schwerdt, 17.12.10.

2. Erläuterungen zu Abbildung 1

Die niedrigste auf der Abbildung erkennbare Höhenstufe ist die hochmontane. Sie ist wie alle Höhenstufen in den Kalkalpen gegenüber den Silikatalpen herabgesetzt, was in erster Linie mit dem schroffen Relief der Kalkberge zusammenhängt. Hochmontaner Buchenwald mit Fichten und Tannen geht bis etwa 1400m NN in tiefsubalpinen Fichtenwald über. Dieser wird durch schlanke, schneebruchsresistente Baumgestalten beherrscht. Einzelne, meist krüppelige Rotbuchen lassen sich bis ausnahmsweise 1800m NN antreffen. Wo regelmäßig Muren oder Lawinen abgehen, kann sich kein Wald entwickeln (links im Bild). Hier herrschen auch in der hochmontanen und tiefsubalpinen Zone Blaugrasrasen oder Hochstaudenfluren vor. Der Fichtenwald hält sich auf relativ stabilen Felsrücken und Graten bis etwa 1500m NN und geht dann auf vergleichbaren Standorten fließend in Legföhrengebüsch über. Auf älteren Geröllhalden findet man Legföhrengebüsche schon in tieferen Lagen, verstärkt je nach Standort ab 1200-1400m. Almrauschheiden besiedeln jüngere Geröllhalden oder unregelmäßig beweidete Standorte. Sie gehen mit der Zeit und mit nachlassender Beweidung in Legföhrengebüsche über. Blaugras- und Seggenrasen dominieren überall dort, wo heftige Bodenbewegung oder regelmäßige Beweidung stattfindet. An frischen Muren und Halden sowie an stark abschüssigen Stellen steht hingegen der nackte Fels hervor. Dies ist besonders im Gipfelbereich der Fall. Auf ruhigeren Felsrücken und Plateaus hingegen können sich auch auf über 2000m Höhe noch dichte Latschenkieferbestände behaupten.

In jedem Falle ist es für ein Verständniss der Höhenzonen wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass sie überwiegend nicht klimatisch bedingt sind. Stattdessen sind es die Schroffheit des Geländes und Verwitterungsprozesse, welche dafür sorgen, dass zum Beispiel auf 2000m NN Latschenkieferbestände nur noch stellenweise existieren können. Darüber hinaus ist die Waldgrenze vielfach auch durch die jahrhundertelangen Aktivitäten des Menschen (Beweidung, Holz- und Streunutzung) herabgedrückt worden.

3. Glossar

Almrausch, Im Alpenraum gebräuchliche Bezeichnung für die Wimper-Alpenrose (Rhododendron hirsutum), einem Heidekrautgewächs.

Heide, Pflanzengesellschaft, welche durch Heidekrautgewächse (Ericaceaen) geprägt wird. Das Entstehen solcher Gesellschaften wird häufig durch den Menschen begünstigt (Weide- und  Streunutzung).

Relief, Andere Bezeichnung für Gelände. Erdoberfläche mit Senken und Erhebungen (z.B. Bergen, Felsen).

Silikatalpen, Zentraler Teil der Ostalpen, welcher aus Silikatgesteinen zusammengesetzt ist. Diese silikatischen Gesteine werden auch als Urgestein bezeichnet. Bei der Verwitterung von Silikatgesteinen entstehen sauer reagierende Böden.

4. Literatur

REISIGL, Herbert & KELLER, Richard (1989): Lebensraum Bergwald. Alpenpflanzen in Bergwald, Baumgrenze und Zwergstrauchheide. - Stuttgart: Thomae.

5. Weiterführender Link

6. Referate und Facharbeiten

Dieser Artikel richtet sich vorwiegend an Schüler und Studenten. Leider wird er bei weitem nicht alle Fragen beantworten. Im Fall der Fälle könnt Ihr mir daher eine Mail schreiben. Für Rückmeldungen zur Qualität des Artikels oder Anregungen wäre ich ebenfalls dankbar ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ).

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 11. Oktober 2012 um 00:44 Uhr